Heute morgen klingelte um halb acht der Wecker, um acht gabs Frühstück: Frisches Obst, Eier in der Form unsrer Wahl, Brot mit Butter und Kaffee. Danach machten wir uns startklar und wurden um neun Uhr kubanischer Zeitrechnung von unsem Guide zu einer kleinen Wanderung abgeholt. Mit uns kamen noch vier Spanier. Es ging über mehr oder weniger gute Wege, die Gipsy alle kannte, vorbei an allem möglichen Grünzeug von der gemeinen Kartoffel über Maniok und Ananas bis hin zu den Kaffeesträuchern. Zeitweise war echt die Hölle los und wir kamen uns vor wie Mitglieder der Spezies Touristus Massicus. V.a. unglaublich viele Touris waren zu Pferd unterwegs, meine Nase freute sich... Ich war echt mal wieder froh über meine Jesuslatschen, ermöglichten sie mir zwar nicht, übers Wasser zu gehen, aber wenigsten konnte ich ohne nerviges Schuhe Ausziehen einfach durch latschen.
Das erste Etappenziel war ein großes Haus, in dem Tabak getrocknet wurde. Dort bekamen wir genaueste Erklärungen, wie Tabak angebaut und verarbeitet wird. Gut, alles haben wir nicht kapiert, der Typ dort sprach ein recht schnelles und kubanisches Spanisch... Was aber irgendwie im Gedächtnis blieb, war die Tatsache, dass die ganzen berühmten Zigarrenarten aus ein und derselben Tabakpflanze gemacht werden. An der wachsen sie nämlich einfach in unterschiedlicher Höhe!
Während zwei Zigarren zwischen uns kreisten, zeigte er uns noch, wie die Zigarren aus den einzelnen Blättern gerollt werden. Die äußerste Schicht wird mit einer Honigmischung angeklebt! Am Ende durften wir natürlich kaufen, was wir auch taten. Denn die Zigarren hier waren deutlich billiger als die in Havana. Hoffen wir mal, dass sie trotzdem munden...
Nach der Zigarrenschulung liefen wir weiter zu einem Naturpool in einer Höhle. Ein geschäftstüchtiger Kubaner kassierte am Eingang zwei Cuc und führte uns dann mit vielen Lampen nach innen. War ganz cool, wenn auch eigentlich ein ziemlich dreckiges Loch. Aber ne echte Erfrischung und verglichen mit vorher fühlten wir uns deutlich sauberer.
Es ging den ganzen Weg mehr oder weniger wieder zurück. Kurz vorm Ort hielten wir noch an einer süßen kleinen Bar, in der wir Mojito und Coco Loco tranken. Lecker! Nur eine offensichtlich auf Kokosnuss abgerichtete Bisamratte oder was auch immer, versuchte uns diese streitig zu machen. Irgendwie war das Vieh aber ganz süß...
Nach einer ordentlichen Stärkung liefen wir dann zurück zur Casa, wo wir gegen halb sechs eintrafen. Wir duschten schnell und zogen ziemlich ausgehungert los in den Ort. Ziel war ein nettes und sehr günstiges Restaurant, das mit vegetarischer Küche warb. Wir entschieden uns sehr klasisch für Spaghetti Napoli und Salat. War echt nicht schlecht, schade nur dass es hier halt auch nie Salatdressing gibt. Die Nudeln waren auch ganz gut und so ließen wir am Ende inkl. Getränken gerade mal 18 Cuc. Kann man nicht meckern. Nach einem kurzen Abstecher beim Geldautomat, toi toi toi , bisher läufts mit Dkb, ging es noch auf zwei Mojitos in eine Kneipe am Dorfplatz. Danach latschten wir nach Hause zurück, wo ich mir eine zweite Dusche gönnte. Jetzt gammeln wir noch etwas vor unsrem Zimmer auf der Terrasse in unsren Schaukelstühlen, bevor wir dann wieder völlig entkräftet in unsre Betten kippen...
Freitag, 14. August 2015
Wanderung in Viñales 05.08.
Auf nach Viñales 04.08.
Heute morgen standen wir um 8 auf, packten und frühstückten gemütlich. Wir zahlten, reservierten bei Ana für unsere Rückkehr und wurden sehr pünktlich um kurz nach 10 von unsrem Taxista abgeholt. Er parkte um die Ecke, vermutlich ergreifen sonst regelmäßig die Touris die Flucht, wenn sie das Auto sehen. Freundlich formuliert: älteres Modell ohne unnötigen Schnickschnack (Gurte...). Wir drehten die Klimaanlage bis zum Anschlag auf (also wir öffnenten alle Fenster) und los gings. Erst durch die Stadt und dann auf die Autobahn, was die Frage aufwarf, ob es auf Cuba erlaubt ist, dass ein Radfahrer auf der Autobahn eine Pferdekutsche überholen darf... Bei einer sehr geringen, wenn auch extrem vielseitigen Verkehrsdichte kamen wir zügig voran, lediglich unter den Brücken musste man etwas aufpassen, um keine Anhalter zu überfahren... Trotz Kaffeepause brauchten wir nicht mal drei Stunden, zum Vergleich, im klimatisierten Bus von Viazul wäre es nur halb so lustig gewesen, dafür wären wir erst um 2 losgekommen und fast 4h gefahren.
Unser Taxista setzte uns vor der von Ana empfohlenen Casa ab. Sehr süß, nette Besitzer und mit 25 Cuc für drei Personen auch recht günstig (in Havana waren es 35). Dazu echt toll mit Terrasse samt Schaukelstühlen vorm Zimmer, Garten mit Bananen und Avocados sowie einer Dachterrasse. Der Chef, El Rubio, zu deutsch der Blonde, schleppte uns gleich nach oben, um uns alles Wichtige im Umkreis von etwa 10km zu zeigen. Das überforderte uns derart, dass wir gleich mal die nächsten Stunden auf den Terrassen blieben... Ok, ehrlich gesagt war hauptsächlich die dicke schwarze Wolke schuld, die aber bis jetzt immer noch nicht viel Wasser verloren hat. Am späteren Nachmittag gingen wir dann aber doch noch mal in den Ort, kauften etwas Obst, ich suchte meinen ersten Cache, er war in einer Casa, die Hausherrin servierte ihn mir, wir fanden auch hier die Plaza del Internet und endeten schließlich in einem halb vegetarischen Restaurant auf einen ganz vegetarischen Mojito. Nach einer Runde Chillen, die wir uns bei dem anstrengenden Tagesprogramm echt verdient hatten, ging es zurück zur Casa. Duschen und Lesen, danach gabs hier ein leckeres Abendessen mit Salat, Fisch, Morros y Cristianos (Reis mit schwarzen Bohnen ) und Obstsalat.
Nach einem derart anstrengenden und durchgeplantem Tag beschlossen wir, diesen mit ein paar Bier und einer Spielrunde schwarz rot gelb (negro rojo amarillo) auf der Dachterrasse ausklingen zu lassen. Glotzkowski, meine Kamera zeigte uns, wie der Sonnenuntergang ausschauen könnte, der in echt war nicht so toll, danach gabs es noch einige geile Blitze und eine Sternschnuppe. Ach ja, meine Mitstreiter haben auch noch ganz brav spanisch gelernt, die Wochentage sitzen so langsam, hoffen wir nur, dass es nie donnerstags Eier gibt... Inzwischen hat es auch ganz schön abgekühlt, nur unser Zimmer ist noch heiß, so dass wir tatsächlich die AC anwerfen mussten. Jetzt ist es halb elf und es scheint, als ob wir alles demnächst ins Bett kippen würden...
La Habana 03.08.
Heute morgen standen wir gegen halb 9 auf. Ich hatte schon deutlich besser geschlafen als die erste Nacht. Wir zogen uns an und gingen in die Küche zum Frühstücken. Es gab Obstsalat, Rühreiomelette, frischen Saft und Brötchen oder sowas ähnliches. Dazu Kaffee und Milchpulvermilch.
Nach dem Frühstück packten wir unsre Sachen, legten ne ordentliche Schicht Sonnencreme auf (v.a. meine zwei rotweißen Streifenhörnchen, die waren nämlich tags zuvor am Playa del Este...) und zogen los. Zunächst etwas unkoordiniert durch die Stadt auf der Suche nach Wasser, Briefmarken und einer Wechselstube für Pesos Nacionales, die Währung in der man auf den Märkten und ähnlichem sehr günstig einkaufen kann.
Nachdem das erledigt war, ging es zum Capitol, wo wir zum Highlight des heutigen Tages kamen. Einer Stadtrundfahrt in einem geilen Oldtimercabrio. Sehr gechillt. Es ging an diversen Sehenswürdigkeiten vorbei mit Zwischenstopp, um die Weiterfahrt nach Viñales zu organisieren und in einem Park auf einen Mojito especial. Dort bekommt man ihn alkoholfrei, dazu wird die Flasche Habana Club auf den Tisch gestellt und jeder mixt selber. Danach ging es noch den berühmten Malecon, also die Küste entlang bis zum Fort. Dort endete unsere Rundfahrt und wir gingen zur Besichtigung über. Inzwischen war der Himmel dunkel und es begann zu blitzen und zu donnern. Daher war der Plan, dort rumzuschlendern bis es anfangen würde zu regnen. Aber wir hatten Glück, das Gewitter zog an der Stadt vorbei. Mit dem Taxi ging es zurück in die Stadt, wo wir noch etwas rum latschten und schließlich noch einen Kaffee tranken.
Auf dem Rückweg kamen wir noch am "Plaza del Internet" vorbei. Dort sitzen gefühlte 100 Habaneros bis an die Zähne bewaffnet mit Smartphones, Tablets und Laptops und surfen was das Zeug hält... Bei uns gings aber nicht, wie wir später herausfanden, muss man da wohl eine Internetkarte für eine Stunde kaufen oder so. Trotzdem irgendwie genial.
So gings zurück zur Casa und unter die Dusche. Schon eine klasse Erfindung der Menschheit! Sauber und schick gekleidet ging es gegen sieben dann zum Abendessen. Wir wollten ins Los Nardos, ein nicht mehr geheimer Geheimtipp und eines der besten Restaurants, direkt neben dem Capitol. Hier war ich vor fünf Jahren schon. Wir waren sehr bald dort, was uns das dort sonst übliche anstehen auf der Straße ersparte. Das Nardos hat echt ein tolles Ambiente, sehr dunkel mit Kerzen, schicken Kellnern im Anzug und Kerzen auf dem Tisch. Klingt teuer? Gar nicht mal so schlimm, für eine riesige Paella, einen großen plattgefahrenen Fisch und nen Berg Scampi, dazu viel frischen verdammt süffigen Sangria zahlten wir 50 CUC. Die Reste nahmen wir mit und verfütterten sie an einen hungrigen Fahrradtaxifahrer. Nach dem Essen liefen wir noch mal an den Malecon, wo wir noch kurz saßen und aufs Meer schauten. Unsre vollen Bäuche machten uns aber ziemlich schnell müde, so dass wir zu unsrer Casa zurückwackelten.
Cuba, ich komme! 02.08.
Dank Jetlag hab ich die erste Nacht auf Jamaica nicht so gut geschlafen, aber egal. Am nächsten morgen bin ich gegen 9 gestartet, das ganze Hostel hat noch geschlafen, da am Abend zuvor alle feiern waren. Ich stellte mich darauf ein, etwa 1km bis zur Hauptstraße zu laufen, aber ich war noch keine 100m weit gekommen, als gleich das erste Auto neben mir hielt und ein netter mexikanischer Delfintrainer mich einsammelte und bis vor den Flughafen brachte. Und das völlig kostenlos! So hatte ich unglaublich viel Zeit, checkte ein und ging gemütlich frühstücken. Cafe Latte und eine Zimtschnecke von Cinnabons, einer Kette, die wir auch schon in Panama gesehen hatten. So gings dann ganz entspannt nach Panama City. Umsteigen in nur 50 Minuten, dort gar kein Problem, denn wir kamen direkt im Abflugbereich an. Dann endlich kam Flug 4 von 4 mit Ziel Habana, wurde auch Zeit. Die Immigration dauerte ihre Zeit, man arbeitet hier eben in kubanisch kommunistischem Tempo... Irgendwann war ich dann doch durch und es ging durch den Security Check. Prüfung bestanden und auch Gipsy (mein GPS, das eigentlich Einreiseverbot hat) wurde vom Scanner nicht bemerkt, juhu!
Also schnell weiter, der Rucksack kam auch bald. Ich suchte einen ATM, allerdings hatte der einzige no money. Wechseln war dank unendlicher Schlangen auch nicht so der Hit. Zum Glück haben meine aber ja mal ordentlich CUC außer Landes geschmuggelt, so dass ich mir mein Taxi in die Stadt leisten konnte, danke an dieser Stelle. Dort angekommen kam der Schlüssel per Schnur aus dem 2. Stock herunter. Ich wurde von unserer Casamama freundlich empfangen und sprang erstmal unter die Dusche. Und schon kamen auch die beiden Mädels samt Cola und Rum durch die Tür.
So tranken wir noch ein paar Cuba Libre und fielen schließlich gegen 12 in unsere Betten.
Samstag, 1. August 2015
Flug 2 von 4 geschafft!!!
Es hat geklappt, ich bin auf Jamaica!!!
Meine Nerven waren zwischenzeitlich mehrfach am Ende, aber jetz bin ich im Birds Nest Hostel angekommen, geduscht und schon wieder verschwitzt.
Los gings damit dass kurz vorm Start, der echt pünktlich gewesen wäre, ein Typ die Reihe vorher erstmal den Boden vollgekotzt hat... Lecker. Danach gab's aber bis Charlotte keine Probleme mehr. Die Schlange bei der Immigration war dann aber endlos und ich dachte echt nicht dass das noch klappt. Nach knapp einer Stunde war ich durch, dann gings im Laufschritt weiter. Rucksack holen, Zoll Rucksack aufgeben und die erleichternde Antwort bekommen dass er gerade noch rechtzeitig da war. Weiter durch die nächsten Kontrollen und zum Gate, wo ich etwa 25 Minuten vor Abflug ankam. Um dann etwa 30 später endlich zum Boarding u kommen, aller Stress umsonst! Mit einer Stunde Verspätung gings dann auch schon los. Der Rest war gechillt. Jetzt bin ich im Hostel, süß und klein aber mit Pool. Bringt mir halt nur nix... Alle übrigen hier gehen jetzt erstmal feiern und ich endlich nach 25h auf den Beinen oder besser gesagt auf dem Hintern ins Bett... Gute Nacht!
Ich bin unterwegs
Juhu juhu der Urlaub hat begonnen! Die nächsten 44 Tage und 43 Nächte werde ich wieder live berichten, wo ich mich so rumtreibe...
Los gings heute früh gleich mal eine halbe Stunde früher als geplant. Zum Glück hab ich gestern nochmal im Internet gekuckt, auf welchem Gleis ich fahre und festgestellt, dass der Zug schon um 5 fährt, unglaublich!
Mit dem Roller gings zum Bahnhof. Der Alex nach Freising hat netterweise Abteile und ich hab meines gleich mal in einen Schlafwagen verwandelt. Ging auch immerhin bis Schwandorf gut, dann wurde es voll.
Jetzt sitze ich am Flughafen und warte aufs Boarding. Eingecheckt ist, mein Rucksack ist aufgegeben, alles voll automatisch, irgendwie komisch. Der Hugo ist gekippt. Um 12.10 geht der Fliegr nach Charlotte Florida, dann hoffe ich dass 1,5h zum Umsteigen in den USA reichen und wenn alles gut geht, bin ich nach 24h auf den Beinen dann abends in Montego Bay auf Jamaica. Dort übernachte ich in einem Hostel nahe des Flughafens, wo ich mich wieder melden werde. Drückt mir die Daumen dass das so klappt... Morgen gehts dann weiter nach Cuba, wo Mörre und Forni auf mich warten.
