Montag, 31. August 2015

Blue Lagoon 31.08.

Heute Nacht regnete und gewitterte es ziemlich stark und ich konnte nicht wirklich gut schlafen. Auch heute früh sah es nicht besser aus, alles grau und es regnete immer wieder. Dafür gab es Pancakes zum Frühstück, das erste Mal in diesem Urlaub, noch dazu mit Zimt und Zucker, da sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Wir saßen danach noch etwa bis halb 12 auf der Veranda bis wir endlich loskamen. Marian brachte uns zur Hauptstraße und wir fuhren mit zwei Taxis zur Blue Lagoon. Dort fragten wir nach unsrem Guide Mr. Fox, der natürlich frei hatte. Aber ein anderer rief ihn an und er versprach, sofort zu kommen. Wir gingen in der Zwischenzeit schon mal in der Lagune plantschen.  Mittlerweile war es auch wieder schöner und langsam kam die Sonne raus. Das Wasser in der Lagune war irgendwie ganz komisch, stellenweise warm, dann wieder kalt ohne erkennbares System.
Mr. Fox kam schon bald mit seinem Boot. Er schöpfte erstmal fleißig Wasser raus und wir hofften, dass es wirklich nur Regenwasser war... Es ging vorbei an ein paar großen Villen mit privatem Zugang zum Meer zum Monkey Island. Das ist eine winzig kleine Insel mit einem mini Strand, wo wir eineinhalb Stunden ganz allein waren. Wir bestiegen auch nacheinander den "Gipfel". Nur Affen gab es keine, dafür mussten wir auf den Fotos selber sorgen.
Nach ausreichendem Plantschen, Lesen und Nichtstun wurden wir wieder abgeholt und fuhren in die Lagune. Die ist über 60m tief, wir kamen zu einem Baum, der übers Wasder wächst und von dem man super springen konnte. Und schließlich noch zur Quelle. Dort war das Wasser kaum salzig, dafür aber nochmal kälter.
Danach brachte uns Mr. Fox wieder zurück und wir lagen noch ne Stunde odef so faul in der Sonne, die inzwischen von einem strahlend blauen Himmel schien. Danach wollten wir zur Straße zurück und ein Route Taxi nehmen, aber wir bekamen schon vorher ein unschlagbares Angebot. Und so fuhren wir im besten Auto bisher in die Stadt. Es beschwerte sich tatsächlich, wenn man sich nicht anschnallte! Auf der Suche nach etwas Essbarem liefen wir durch den Ort und kamen in einen etwas komischen Schuppen. Eigentlich gab es nichts vegetarisches, aber der Typ wollte mir was machen und verschwand erstmal zum Markt. Kurz darauf waf er zurück und ich bekam zum üblichen Reis-Bohnen-Mix eine Art Gemüsepfanne mit Karotte, Spinat und was weiß ich. War echt lecker. Danach fuhren wir mit dem Route Taxi zum Treffpunkt, wo Marian uns kurze Zeit später einsammelte.
Jetzt sitzen wir mal wieder auf der Veranda zusammen. Da Marian und Jessica den Laden hier morgen leider für ein oder zwei Tage dicht machen,  hab ich mir jetzt erstmal ein Hostel in Kingston gebucht. Aber ich werde zu 99% nochmal hierher zurück kommen und meine letzten Tage hier chillen.

Sonntag, 30. August 2015

Reach Falls 30.08.

Heute morgen wurde ich gegen 6 mit einem Klapps auf die Nase geweckt. Es war eine Babykatzentatze, die spielen wollte. Um 8 gabs Frühstück, Obst, Kaffee und Toast mit Butter und Erdnussbutter. Gegen zehn brachte Marian uns in seinen Jeep geschlichtet runter. Mit drei Taxis fuhren das Schweizer Pärchen und ich zu den Reach Falls. Ein echter Geheimtipp. Vor Ort erwartete uns schon unser Guide Byron, ein Freund von Marian. Wir liefen durch unwegsames Gelände bis zum Fluss. Es war echt genial und bisher das Highlight dieses Urlaubs. Liebe Cubamitreisenden, vergesst El Nicho! Wir waren komplett allein, nur später trafen wir noch auf zwei Franzosen. Es gab unzählige kleine Wasserfälle und türkisblaue Wasserbecken. Wir liefen von einem ins nächste, sprangen ins Wasser und  tauchten hinter Wasserfälle. Bei einem musste man wirklich dahinter reintauchen, dann kam man in eine winzige Höhle, in der zwei Mann sitzend Platz fanden und gerade noch der Kopf über Wasser war. Ne richtige kleine Kifferlounge.
Mit der Zeit wurde es slgar ein bisschen kalt, die erste AC-freie Gänsehaut seit Wochen. Wir liefen den Fluss immer weiter hoch bis wir zu den größten und offiziellen Wasserfällen kamen. Hier durften wir nicht rein, aber das war auch gar nicht so schlimm. Dort war es nämlich ziemlich voll, v.a. Einheimische verbrachten da den Sonntag. Auf dem Rückweg trafen wir noch auf eine ganze Familie, offensichtlich war heute Waschtag.
Zurück am Ausgangspunkt legten wir uns trocken und wurden mit Auto Nummer eins zur Straße gebracht. Dort mussten wir bestimmt ne halbe Stunde warten bis uns ein Route Taxi aufsammelte. Dann gings zurück nach Port Antonio. Um 5 trafen wir uns mit den anderen, die den Tag am Strand verbracht hatten. Wir gingen gemeinsam zum Abendessenin ein kleines Restaurant direkt am Wasser, das mal wieder einer Deutschen gehört. Es gab Sandwiches,  Burger, Fish and Chips usw. Sehr lecker. Auch die Moskitos kamen auf ihre Kosten. (Für was sind die eigentlich gut?!?) Satt und zufrieden fuhren wir mit dem Taxi zum Treffpunkt zurück, wo Marian uns abholte.
Jetzt sitzen wir wieder gemütlich auf der Veranda und lassen den Abend gechillt ausklingen.

Samstag, 29. August 2015

Weiter gehts nach Port Antonio 29.08.

Heute früh erwachte ich mal wieder tiefgekühlt, der Dauerkiffer hat wohl kein Temperaturempfinden mehr, hat heute Nacht komplett runtergedreht. Lustigerweise hat er sich aber das Bett ausgesucht, das von der AC durch eine Wand getrennt war. Äh ja, hallo Gehirnzelle sag ich da nur...
Ich drehte erstmal die AC runter und mich nochmal um. Um halb neun bin ich dann aufgestanden und raus zu Kaffee und Bananen. In der Zwischenzeit schafften es die Chemnitzer ihren Autoschlüssel in ihren abgeschlossenen Mietwagen zu befördern. Hoffe, sie haben ihn inzwischen wieder rausbekommen.
Um viertel 11 lief ich dann zum Transportation Center und fand gleich einen Minibus direkt nach Port Antonio. Leider war ich die erste, heißt, ich konnte mir zwar meinen Platz aussuchen, aber dafür dauerte es bis fast 12 bis wir loskamen. Dieses Mal saßen drei Jamaikanerinnen neben mir. Leider haben hier die wenigsten Modellmaße, im Gegenteil. Fastfood und Zuckerwasser zeigen deutliche Spuren und daher wars verdammt eng. Um halb zwei war die hupende Achterbahnfahrt dann zu Ende und ich durfte wieder raus. Ein ziemlich alter Rastaman ließ mich von seinem Handy aus Marian anrufen, den deutschen Besitzer meines jetzigen Hostels. Der war auch kurze Zeit später mit seinem Jeep da und los gings auf den Berg zum Germaican Hostel. Sehr geil! Blick übers Meer in zwei Richtungen und über die Stadt, total am Arsch der Welt, echt cool. Auch innen ist alles sehr schön chillig. Den Nachmittag verbrachte ich dementsprechend entspannt auf der Veranda. Am frühen Abend nahm mich Marian nochmal mit in den Ort auf den Markt, wo ich nen Berg Salatzutaten einkaufte. Zurück im Hostel gab das ne geile Schüssel voll mit Gurke, Tomaten, Paprika, Zwiebel und Avocado. Dazu das geilste (wehe jemand lacht): Olivenöl, Balsamico und die Kräutermischung aus meinem Rucksack, abgefüllt in Filmdose und Petlinge, zur Not kann ich also noch ein paar Caches verstecken. War definitiv der beste Salat, den ich jemals im Backpackerurlaub hatte!!!
Jetzt sitzen wir alle gemütlich auf der Veranda, es regnet leicht, vorhin hat es mal ordentlich gewittert. Insgesamt sind wir zu elft, die zwei Hostelbesitzer, acht Deutsche, Ösis bzw Schweizer und eine Engländerin. Die ist allerdings verschollen. Dazu drei Hunde und eine kleine Katzenmama mit zwei Jungen, alle graugetigert und supersüß! Jetzt gibts wohl gleich mal ne Runde Uno, gerade wird über die Regeln gestritten, wie halt immer ;-)

Und mal wieder Wasserfälle 28.08.

Für heute war ich mit zwei Mädels aus dem Hostel zum Blue Hole verabredet. Ich stand gegen 8 auf und trank erstmal einen Kaffee auf dem Hostelhof und frühstückte zwei Bananen. Gegen elf zogen wir dann los, allerdings nur Alejandra aus Chile und ich, weil Kalin Ohrenschmerzen hatte und lieber erstmal zum Arzt ist. Wir liefen zum Transportation Center, wo wir auch gleich ein shared Taxi fanden. Wir warteten wie üblich bis es randvoll war und waren dann 25 Minuten später dort. Eigentlich war es so ähnlich wie der El Nicho, nur war nicht so viel los. Unser Guide lotste uns durch die Gegend, zeigte uns, von wo wir springen konnten und knipste fleißig Fotos. Zur Abwechslung mal mit dem Handy, das ist wenigstens wasserfest!
Meine Highlights waren zum einen die unterirdische Rutsche. Man musste mit den Füßen voran in ein Loch steigen, in das ein kleiner Wasserfall stürzte und drauf vertrauen, am anderen Ende wieder rauszukommen. War schon etwas strange beim ersten Versuch, beim 2. hats aber richtig Spaß gemacht. Das zweite Highlight waren für mich die Lianenseile. Unser Guide demonstrierte gleich mal einen formvollendeten Salto. Beim dritten Versuch hatte ich aber auch den Dreh raus, abspringen, schwingen, Beine hoch, im richtigen Moment loslassen und mit nem sauberen Köpfer eintauchen. Hat leider wieder niemand gefilmt...
Am Ende chillten wir noch etwas in ein paar Autoreifen.
Danach setzte uns unser Guide an der Straße wieder in ein Auto, wenn auch kein Taxi, das uns in den Ort zurück brachte. Wir nahmen uns noch einen frischen Saft mit und gingen zurück ins Hostel. Alejandra musste heute noch weiter. Danach wollte ich nochmal durch den Ort und den Tourimarkt schlendern, aber das ist hier nicht wirklich ein Spaß. Sind einfach unglaublich aufdringlich, die Verkäufer sowieso, aber auch jeder Typ auf der Straße "wanna talk to you, only one minute!" Ja nee, wers glaubt. Und selbst wenn man mit jedem nur eine Minute sprechen würde, es nimmt ja kein Ende. Das kapieren die hier nur leider nicht, genauso wenig wie genervtes Kucken.
Also holte ich mir schnell ne Cola, einen Schokocookie und was vom Asiamann nebenan und ging zurück zu einem frühen Abendessen ins Hostel. Inzwischen hab ich zwei neue Mitbewohner, ein netter Argentinier und ein unidentifizierbarer Dauerkiffer, der bisher noch kein Wort rausgebracht hat, dafür aber locker drei Joints in seinem Bart verstecken kann. Ich saß also mal wieder im Hof, als die fünf anderen deutschen auftauchten und mich gleich mal auf ein Bier einluden. Wurde dann noch ein lustiger Abend,  wobei es nicht bei einem Bier blieb. Dafür ist meine Entscheidung jetzt einfacher, ich werde einen jamaikanischen Rum mit heimnehmen. Irgendwie ist der Havanna Club jetzt nämlich halb leer. Keine Ahnung wo der hin ist...
Ach ja, falls ihr euch wundert wieso es keine Bilder gibt, die Blog App versteht sich leider nicht mit dem Fotoformat meines Handys. Falls ich es hinkriege, werden welche folgen...

Donnerstag, 27. August 2015

Chillen in Ocho Rio 27.08.

So, die erste Nacht im Hostel liegt hinter mir, eigentlich ganz gut, waren nur 4 Leute im Dorm, es war ruhig und die AC so eingestellt, dass auch ich damit leben konnte. Sogar ohne Decke. Natürlich war ich trotzdem als erstes wach und saß um acht im Hof. Bisschen TripAdvisor studieren, was man hier machen muss und so. Um neun ging ich zunächst zum Supermarkt mich eindecken mit Milchbrötchen, Nüssen und Obstsalat aus der Kühltheke. Wie bei unsren Asiasupermärkten zu Hause. Sobald ich in einem Hostel mit Küche bin, mach ich mir Salat, die wichtigsten Zutaten gibts hier alle und der Balsamico samt Kräutermischung liegt im Rucksack...
Dann bin ich direkt zum Strand. Schon komisch hier, die sind alle abgesperrt und man muss Eintritt zahlen. Oder man holt sich ein Freeticket im Hostel. Der Strand ist keine 100m weg. Ich war um halb 10 die allererste dort! Ich suchte mir ein Plätzchen mit Schatten für später und richtete mich auf meinem Handtuch mit Kindle ein. Und schon kamen eine jamaikanische Großfamilie, schnappte sich einen der Picknicktische und stellte ihn keine 3m von mir entfernt auf! Ungelogen, direkt neben mir. Wie gesagt, bis zu dem Zeitpunkt war der Strand restlos leer (und auch später war nur wenig los, jeder hätte seinen eigenen Baum haben können...) So machte ich mich kurze Zeit später davon weiter hinter, wo immer noch niemand war. Da blieb ich dann auch die ganze Zeit fast ungestört. Nur ein Jamaicaner kam, der nervte dafür richtig und merkte es nicht. Eine Stunde lang... Trotz der Versicherung, dass ich kein Interesse an ihm habe, einen Freund in Deutschland hätte und kein Interesse an einem in Jamaica... Irgendwann haute er dann doch mal ab. Voll der Stress hier!
Danach hatte ich meine Ruhe bis ich gegen halb 4 genug hatte. Es sah mal wieder nach Gewitter aus und ich musste zum Wäschewaschen. Hier gibts ne Laundry zum Selberwaschen. Wäre ideal für uns drei in Kuba gewesen, Festpreis egal wie viel man wäscht und die Maschine war riesig! Also kam alles rein, was ansatzweise dreckig war und ich nicht anhatte... Eine Stunde später war es trocken und sah zumindest oberflächlich sauber aus. In der Zwischenzeit gabs für mich ein leckeres Eis. Mit einigen nervigen Jamaicanern. Ich weiß jetzt sicher, Kubaner sind mir lieber! Die sagen nur die ganze Zeit xsss, linda oder beautiful, aber das wars. Jamaikaner sind viel aufdringlicher und hören nicht auf die hinterherzulaufen, auch wenn du nicht auf sie eingehst. Muss wohl noch energischer werden...
Danach gings zurück ins Hostel. Mein Dorm ist leer, scheint als hätte ich ein Einzelzimmer. Dann holte ich mir was zu essen von nem japanischen Fastfoodstore nebenan. Die haben dort verschiedene Gerichte, die in eine Thermobox geschaufelt werden, je nach Hunger wählt man die Größe. Ich hatte gebratene Nudeln mit Gemüse und frittiertem Fisch, war echt gut und für 3 Euro auch ganz günstig. Und ich war pappsatt.
Jetzt sitze ich mit drei anderen vor dem Hostel, wirklich viel machen kann man nicht hier. Eine Belgierin, eine Chilenin und ein offensichtlich dauerbekiffter Deutscher. Zumindest gehen die Augen kaum mehr auf :P Die beiden Mädels sind echt ganz nett, morgen fahren wir wahrscheinlich gemeinsam zum Blue Hole.

Mittwoch, 26. August 2015

Hasta luego Cuba, Welcome to Jamaica 26.08.

Der Kampf ging am Ende unentschieden aus, auf meiner Seite standen eine tote Mücke und eine matschige Kakerlake. Die sind hier aber auch etwas doof... Macht gar keinen Spaß die zu jagen.
Heute früh klingelte um 2.45 der Wecker, um 3 stand das Taxi vor der Tür, eine halbe Stunde später war ich am Flughafen. Hm, von wegen 4h vorher da sein, für Copa gilt das schon mal nicht... Um 4 öffneten dann endlich die Schalter, die Kubaner und ich standen zu diesem Zeitpunkt schon ordentlich in Reih und Glied. Anstehen können sie. Zu dieser frühen Stunde ging alles recht schnell, auch die Passkontrolle usw, war einfach das 3. Flugzeug des Tages. Um halb 7 hoben wir pünktlich ab 2,5h später landeten wir in Panama. FREE WIFI!!! Krasses Gefühl ;-) Und das 1. Mal Whatsapp seit über drei Wochen. Bin sehr stolz auf mich!
Pünktlich gings weiter und um halb 12 Ortszeit landete ich in Montego Bay Jamaica. Nochmal eine Stunde hinter Kuba, also 7h hinter deutscher Zeit. Auch hier kam ich schnell durch. Kurz nach 12 war ich draußen, deckte mich mit US und jamaikanischen Dollars ein und fand ein halbwegs günstiges Taxi zum Transportation Center. Von dort starten unzählige Minibusse in alle Richtungen. Ich fand auch prompt eines nach Ochos Rios. Um eins war er voll und wir starteten. Voll heißt hier echt voll. Der Bus hatte 12 Plätze, also passen 15 Personen rein. Ich verabschiedete mich von meinen Füßen,  die fand ich erst knapp 2h später beim Aussteigen wieder. Standen ordentlich unter meinem Sitz, wo ich sie geparkt hatte! Die Fahrt war echt mal krass, kein Vergleich zu den leeren Straßen Kubas, hier wird gedrängelt und gehupt, unser Fahrer kannte nur Vollgas und Vollbremsung. Höchstgeschwindigkeit auf Jamaica ist 80, unsere Tachonadel hielt sich aber mehr zwischen 100 und 120 auf. Meine Füße freute das, so konnten sie eher wieder bei mir sein! Dafür kostete mich der Spaß auch nur umgerechnet knapp 4 Euro.
Ich konnte direkt in der Nähe vom Hostel aussteigen. Hier bin ich nun im 6er Dorm im Reggae Hostel. Echt ganz nett, ca 200m vom Strand und zentral in dem Miniort hier. Hab dann erstmal ne Runde gedreht hier. Gibt nicht viel. Jamaikaner sind irgendwie ganz anders nervig als Kubaner. Weiß noch nicht was ich bevorzuge. Hier sind sie wohl noch mehr auf Geld aus. Wollte mir eine doch ein Fußbändchen aus Plastikperlen andrehen für über 10 Euro. Ich meine hallo, bin ich bescheuert, nur weil ich Touri bin?!? Ansonsten ist auch alles deutlich teurer als auf Kuba.
Mein Weg führte mich auch in den Supermarkt, dessen Auswahl mich an kubanischen Verhältnissen gemessen erstmal komplett umhaute. Ich stand bestimmt 5 Minuten vor dem Wasserregal und konnte mich nicht entscheiden!
Als ich zurück kam, war auch das halbe Hostel wieder da. Mit mir im Dorm ist noch ein deutscher Student, der vorher auch auf Kuba war und ein Brasilianer, der deutsch spricht. Zum Abendessen holte sich jeder was von draußen und wir aßen alle im Hostelhof. Bei mir gabs was, was es 3,5 Wochen nicht gab: Fischburger und Pommes vom BurgerKing! Jetzt ist es ungefähr so wie man sich Jamaica vorstellt. Der Rum fließt, es läuft Reggae im Hintergrund und es riecht auch stark nach Jamaica... Bei mir macht sich aber der Schlafmangel bemerkbar, werde mich jetzt mit meinem Kindle in mein Stockbett begeben...

Letzter Tag Havana 25.08.

Heute morgen stand ich um acht auf. Ich packte, da ich leider umziehen musste. Hatte verpeilt, rechtzeitig drei Nächte zu buchen. Musste aber nur in die Nachbarwohnung zu Anas Neffen. Ebenfalls sehr schön hier. Da nun niemand mehr da ist, der auf sein Frühstück besteht, konnte ich das heute ausfallen lassen. Ana machte mir einen Kaffee und steckte mir zwei Bananen zu, als ich ihr sagte, ich wolle später auf der Straße etwas Obst kaufen. Sie ist halt einfach die beste!
Ich lief los in Richtung Capitol, wo ich in einen Hop on hop off Bus stieg. Einer dieser Cabriodoppeldecker. Für 5 Cuc kann man den ganzen Tag rumfahren. Los gings den Malecon entlang, vorbei am Plaza de la Revolución und weiter Richtung Westen. Der Bus fuhr tatsächlich bis nach Miramar, wo ich vor 5 Jahren im Hotel und in der Sprachschule war. Nachdem Gipsy alle Haltestellen gespeichert hatte, steig ich am Rückweg bei dem berühmten Friedhof aus. Einer dieser typisch lateinamerikanischen mit viel Marmor, Statuen und ganzen Gemäuern. Hier startete ich eine kleine Cachetour, weiter gings zu John Lennon, der ganz gechillt auf einer Parkbank sitzt und dann wieder zu Fuß zurück nach Miramar. Waren insgesamt locker 12 bis 15km, die ich zu Fuß zurücklegte. Zwischendurch gabs ein echtes und leckeres Baguette in der Pan.com-Filiale, in der wir immer unsre Schulpausen verbracht hatten. Die Schule selber habe ich leider nicht gefunden. Entweder sie ist verschwunden oder einfach nicht an dem rot markierten Punkt in meinem Lonely Planet :-(
Irgendwann war ich dann durch und lief zur nächsten Haltestelle. Ein zahnloser kubanischer Opi textete mich zu, leider war er so gut wie unverständlich. Mit dem Bus fuhr ich dann wieder nach Vedado, wo ich nochmal einen Cachestopp machte und etwas herumlief. Dann gings auf die letzte Etappe zurück nach Havana Vieja. Es war inzwischen früher Abend und ich beschloss, vor dem Essen nicht mehr heimzugehen. Das ausgesuchte Restaurant existierte mal wieder nicht. Mein Plan, noch die zwei nötigen Postkarten zu kaufen, scheiterte ebenfalls, es gab keine! Anscheinend dürfen die Souvenierläden wieder mal keine verkaufen. Ständig habe ich irgendwo welche gesehen, aber wehe, man braucht mal welche...
Immerhin bekam ich noch meine Flasche Rum, Havanna Club Añejo Especial, 1 Liter für gerade mal 8 Cuc. Dann entschied ich mich für ein empfohlenes Restaurant im Barrio Chino, dem chinesischen Viertel. Gute Wahl. Das Essen war lecker und am Nachbartisch saß ein netter deutscher Backpacker, der mich gleich mal zu sich rüber winkte. Er bestätigte genau das, was ich auch vermutet hatte. Hier ist es sauschwer andere Backpacker kennenzulernen. Durch die Casas lernt man zwar leicht Einheimische kennen, aber die typischen Treffs in der Hostelbar fehlen einfach. Somit ist meine Entscheidung für Jamaica wohl nicht die schlechteste.
Nach dem Essen ging ich dann zurück zur Casa. Ich duschte und packte um, so dass ich startklar zum Abflug bin. Momentan kämpfe ich noch gegen zwei Moskitos in meinem Zimmer. Leider liegen sie gerade in Führung. Wollte mich zum Schlafen eigentlich nicht von Kopf bis Fuß mit Deet einschmieren...
Gleich gehe ich nochmal zu Ana rüber mich verabschieden. Dann versuche ich so bald wie möglich zu schlafen, um drei steht das Taxi vor der Tür...

Montag, 24. August 2015

Sachen, die irgendwie dazu gehören, aber nicht so recht in einen Blog passen wollten

Ein paar Sachen, die ich euch nicht vorenthalten möchte, die aber irgendwie zeigen, wie Cuba tickt.

Wasser: Versucht mal, in einer kubanischen Stadt Wasser zu kaufen. Klingt leicht oder? Wenn ihr aber aus dem 5. Laden rauskommt, in dem es wieder nur Rum und Bier gab, werdet ihr verstehen. Kubaner trinken kein Wasser! Wenn ihr doch Wasser findet, nicht wundern! Es ist dann ganz normal, wenn es dieses nur in 0,5l Flaschen gibt, Cola aber in 1,5l Flaschen...

Touris wirken sehr fußkrank, schwach und orientierungslos auf den durchschnittlichen Taxi-, Fahrradtaxi- oder Kutschenfahrer. Anders lässt sich das ständige "Taxi Taxi?" nicht erklären. Darüber hinaus fällt er gleich tot um, wenn er nicht viertelstündlich etwas zu essen bekommt.

Die üblichen Ansprachen für Tourifrauen sind: xxxsss, ssss, ssssst, wers kreativer mag auch gerne beautiful, linda, guapa oder international where are you from?

Radfahrer dürfen Pferdewagen auf der Autobahn überholen.  Auch gerne entgegen der Fahrtrichtung. Außerdem darf auf der linken Spur der Autobahn jederzeit gehalten oder auch mal rückwärts gefahren werden, wenn man die Ausfahrt zum Restaurant verpasst hat.

Der vorbildliche Touri trägt stets einen Rucksack voll mit Kugelschreibern, Seife und Bonbons herum, das erwartet jede Omi, die einen im Museum oder vor der Kirche abpasst. Außerdem zahlt er, damit für unsichtbare Kinder Milchpulver gekauft werden kann.

Ein durchschnittlicher Touri verzehrt zu jedem Frühstück mindestens drei Eier. Sonst ist er sicher krank!

Kubaner essen dafür am besten nie Gemüse, Feldanbau ist nur sinnvoll, wenn dabei Zucker für den Kaffee, Rum oder Zigarren herauskommen.

Kubaner stehen für ihr Leben gerne an und denken, dass Warten auch für Touris das Größte sein muss!

Ab etwa 2 Jahren lernen Mädchen auf hochhackigen Schuhen zu laufen jnd natürlich den Hüftschwung. Etwa ab dem gleichen Alter bleibt die Rocklänge in cm gleich. Nur am Strand darf man sich ruhig etwas mehr bekleiden.

Nicht wundern, wenn neben dir ein Huhn kopfüber die Straße lang läuft, es wird getragen. Ebenso wenn der Schinken fürs Frühstück dich aus dem Nachbarsgarten angrunzt.

Wieso heißen die schärfsten Chilischoten Habaneros, wenn man auf ganz Cuba nix scharfes zu essen findet?

Klos und ihre Unterteilung in verschiedene Kategorien: Eine Kloschüssel war immer vorhanden, über Zustand und Füllungsgrad möchte ich mich jetzt nicht näher auslassen, danach gab es verschiedene, unterschiedlich schwer erfüllbare Upgrades: Spülung funktioniert/Wassereimer vorhanden. Klopapier zwischen 1 und 5 Blatt (kubanisch, ein- bis zweilagig). Klotüren, in selten Fällen zum Zusperren. Wasser zum Händewaschen (fließend aus dem Hahn oder auch aus der Flasche). Seife und mit unglaublich viel Glück was zum Händeabtrocknen.
Wenn ihr also heute das nächste Mal aufs Klo geht, denkt mal dran, was wir da für selbstverständlich erachten, ist nicht überall so...

Letzter Tag zu zweit in Habana 24.08.

Heute morgen schliefen wir richtig lang, bis halb 9! Wir frühstückten unsre letzten Eier und zogen los. Erster Stopp Teatro America, wo wir völlig problemlos Salsaunterricht für später buchen konnten. Damit war das Glück des Tages wieder aufgebraucht. Wir liefen zu der Zigarrenfabrik Partagas, wo die weltberühmten Zigarren produziert werden, um dort eine Führung zu machen. Was soll ich sagen, cerrado, die Fabrik war zu und umgezogen! Natürlich waren Taxifahrer da, um uns zur neuen Fabrik zu fahren, die 3km entfernt ist. Mit Eintritt wären wir dann aber auf 25 Cuc gekommen, das war es uns nicht wert. V.a. weil ich eh schon drin war und weil eine neue Fabrik mit Sicherheit nicht mehr so ist wie früher, das ganze klapprige alte Mobiliar werden sie wohl kaum behalten haben.
So ging es weiter nach Havana Vieja. Das erste Café, das wir ansteuerten, war ebenfalls cerrado und so landeten wir in einem Nobelcafé an der Plaza de Catedral. Die Getränkepreise waren nicht höher als anderswo, dafür gönnten wir uns den Luxus eines Frappucinos mit echtem Milchschaum. Lecker! Nach einer Umrundung des Plaza de Armas fielen wir in die nächste Eisdiele ein. Auch lecker. Dann war es auch schon Zeit für unsre Tanzstunde. Margarita erwartete uns schon mit einem jungen Mädel als Assistentin und Tanzpartner. Wir waren nur zu zweit. Der Anfang war etwas zäh und komisch, als wir aber endlich beim Grundschritt waren, wurde es besser und später richtig gut. Wir schafften in einer Stunde eine ganze Menge verschiedener Schritte und Drehungen. Schade, dass wir das nicht gleich zu Beginn unsres Urlaubs auf die Reihe gekriegt haben, dann hätten wir noch Gelegenheit zur Anwendung gehabt.
Nach dem Kurs gings zu unsrem letzten gemeinsamen Mojito an den Malecon in eine Bar. Der Mojito war lecker und wir wollten einen zweiten. Als der Kellner auf Fornis zaghaftes Perdone nicht reagierten, setzten wir zeitgleich zu einem wirkungsvolleren Xssss an mit Erfolg! Der Kellner reagierte und wir brachen vor Lachen halb zusammen! Ja, jetzt, wo wir endlich richtig angekommen sind, muss Forni wieder weg. Nach dem zweiten Mojito gings leicht angedüdelt auf dem Heimweg. Wir aßen noch eine letzte Pesopizza, verschenkten die Reste an einen Obdachlosen, der ausnahmsweise mal gleich bereit lag, und gingen heim. Forni duschte und packte gar während ich die letzten Fotos auf ihr Handy lud. Kurz vor 5, 20 Minuten zu früh (!), kam dann das Taxi und nahm Forni einfach mit!
Jetzt bin ich also der klägliche Rest unsrer Reisegruppe, wie immer! Schon seltsam und auch etwas traurig. Aber gut, ist ja nichts neues.
Jetzt gammel ich hier noch etwas in unsrem/meinem Zimmer rum und schreib den Blog gar fertig. Nachher geh ich dann nochmal zur Plaza del Internet. Wenn das Guthaben reicht, werden die Blogs bis heute hochgeladen, sonst müsst ihr euch gedulden bis ich die Insel gewechselt habe. Aber davon merkt ihr ja eh nichts ;-) Mehr werde ich heute auch nicht mehr machen, bin noch voll von der Pizza und Mojito allein ist auch doof, v.a. heute...

Liebe Forni, wenn du das hier liest, bist du also wieder gut zu Hause gelandet und kannst meine Tippfehler leider nicht mehr verbessern! Auch unser ca. 6. gemeinsamer Urlaub war wieder richtig toll und auch wenn meine Zeit auf Jamaica sicher ebenfalls super wird, fehlst du schon etwas und ich freu mich jetzt schon auf die Sommerferien 2016, egal ob in Malaysia, Myanmar oder wo auch immer es uns hinzieht!

Sightseeing in Habana 23.08.

Nach der nicht so tollen Nacht gammelten wir erstmal noch in einem 24h Restaurant bei Viazul rum. Dort gabs unglaublich leckere günstige Sandwiches, auf echtem knusprigen Baguette! Nach einer weiteren Kwirklerunde ließen wir uns gegen halb 7 zu Anas Casa fahren. Lustig, eine einzige Nachfrage bei einem staatlichen Taxifahrer reduzierte den Preis des privaten um 50%!
Bei Ana angekommen machte uns diese gleich mal einen Kaffee. Draußen begann es zu Gewittern. Wir machten uns etwas frisch und zogen gegen acht zu einem Lonely Planet Stadtspaziergang los. Die Gehsteige waren noch hochgeklappt, wir wurden nicht dumm angequatscht, das Licht war toll zum Fotografieren und es war noch nicht so heiß. Wir liefen zunächst den Malecon entlang, wo schon einige Angler und Jogger unterwegs waren, dann den Prado entlang, der Ähnlichkeiten mit den Ramblas in Barcelona hat. Beim Barcadíhaus winkte uns ein Wachmann herein, für einen Cuc durften wir auf den Turm,  wo wir ganz allein einen super Blick auf die Stadt hatten. Weiter ging es, vorbei an vielen tollen alten Gebäuden aus verschiedenen Stilepochen.
Nach so viel Architektur hatten wir uns eine Belohnung verdient: Kalte Schokoladenmilch mit Praline im Museo de Chocolate. Weiter gings durch Habana Vieja mit seinen hübschen alten Häusern und Plätzen. So langsam kamen immer mehr Tourigruppen aus ihren Löchern. Wir klapperten alles wichtige ab und gingen dann zurück zur Casa. Es war tatsächlich schon ein Uhr, wir waren richtig fleißig und das trotz schlafloser Nacht!
Jetzt hatten wir uns eine Belohnung verdient, ein Pool musste her! Man ahnt es schon, es war wieder nicht sooo leicht hier... Wir steuerten siegessicher das Hotel an, indem Mörre und Forni die ersten Nächte waren, und rechneten mit allem, Pool voll, kein Zutritt für Nichtgäste... Aber es gab mal was Neues, es war einfach mal gleich das ganze Hotel zu! Der Lonely Planet bot uns aber ein paar Alternativen und schon beim nächsten Versuch hatten wir Erfolg und durften rein! Juhu! Es kostete zwar 10 Cuc Eintritt,  dafür gab es aber 8 Cuc Freiverzehr. Wir orderten mal wieder Sandwich und schafften es damit, uns volle 2d von nichts anderem zu ernähren! Und auch die hier waren sehr lecker. Den restlichen Freiverzehr erledigten wir mit frischer Limonade und Mojito. Nach ordentlich Chillen gings abends am Malecon entlang zurück zur Casa. Wir duschten und gingen zu unsrem letzten gemeinsamen Abendessen ins Los Nardos. Es gab Sangria, Paella und Fischspieß, verdammt lecker und mehr als genug. Unserer Meinung nach gabs hier das beste Essen in ganz Cuba, dicht gefolgt natürlich vom Dinner auf Ottos Dachterrasse in Trinidad. Die Reste nahmen wir wieder mit, auf unsrem Verdauungsspaziergang fanden wir auch wieder einen Abnehmer. Da ich das Gefühl hatte, gleich zu platzen, verschoben wir den Abschiedsmojito auf morgen und gingen heim. Forni packt und ich hab mal den Blog auf Vordermann gebracht. Heute werde ich ganz sicher gut schlafen!

Zurück nach Habana 22.08.

Heute schliefen wir mal richtig lange und frühstückten erst um 9! Und tatsächlich ohne Eier. Danach packten wir in aller Ruhe. Wir schlenderten nochmal durch die Stadt und gingen danach auf die Dachterrasse der Hotels Casa Granda. Für drei Cuc pro Nase, meine Passnumer und eine Unterschrift  (äh, wir wollen doch gar nicht einchecken) gabs eine sehr leckere Limonade mit einem grandiosen Ausblick und dazu noch Tanzproben einer Tanzgruppe. Wir saßen hier bis wir los mussten,  holten noch ein paar Sandwiches von pan.com und fuhren dann mit dem Taxi zum Busbahnhof. 5 vor 1 waren wir dort, einchecken ging aber erst um 1... Wir saßen noch ein wenig draußen am Boden rum, die Temperatur im Wartesaal war wieder unterirdisch.
Mit einer halben Stunde Verspätung kam unser Bus um halb 3, was uns sehr recht war. Je länger unterwegs, desto später sind wir in Havana. Der Bus war erstaunlich warm und das Klo funktionierte. Hm Preisfrage: Was ist besser, ein kubanischer Bus mit funktionierendem oder kaputten Klo? Ganz klar, der mit dem kaputten, das stinkt nicht. War zeitweise echt richtig widerlich, ich wage zu behaupten, ein deutsches Busklo stinkt innen weniger als das hier im ganzen Bus. Vielleicht würde bei einer Außentemperatur von 40 Grad auch hin und wieder mal Ausleeren und Putzen helfen, so alle zwei Wochen oder so... Wir vertrieben uns die Zeit ganz gut mit Kwirkle auf dem Tablet, Lesen und Musikhören. Abends gabs einen kurzen Fressstopp, danach wurde ordentlich schockgefrostet. Wir zogen an, was der Rucksack an Jacken, Hosen und Schlafsäcken hergab und lasen noch etwas mit den Stirnlampen (nein, natürlich gibt es kein Licht!). Wir sahen etwa so aus als würden wir gleich zur Besteigung eines 6000ers aufbrechen ;-)
Schlafen konnte ich so gut wie gar nicht, einerseits wegen der Schockfrostung mit Wärmeunterbrechungen, andererseits, weil ich so damit beschäftigt war, bloß nicht durch die Nase zu atmen. Auf die kubanische Verspätung ist auch kein Verlass, wenn man einmal auf sie setzt, kommt man nach nicht mal 14h um 4 Uhr morgens in Havana an. Und das, wenn die Casa erst ab der nächsten Nacht gebucht ist...

Santiago - alles was Spaß macht ist kaputt 21.08.

Heute schliefen wir nicht übermäßig gut, das Zimmer der Hausherrin geht auf die Straße hinaus, die ja mitten im Zentrum ist. Und die  cubanische Bauweise ist nicht unbedingt ein Beispiel für gute Isolierung... Um 8 gabs Frühstück, das mich echt an meine Grenzen brachte. Eigentlich hatten wir gestern noch ohne Ei bestellt, aber das ging wohl nicht in den Kopf unsres Hausherren. Dann noch ganz komische Wurst, grüne Bohnen und Tomaten. Wir hielten uns also verstärkt an Obst und Brot.
Nach dem Frühstück liefen wir zu Viazul Tickets kaufen, ja es ging! Auch wenn unsre Wunschbusse schon ausgebucht sind, jetzt fahren wir morgen Mittag um 2 los, Fahrtdauer ganz grob geschätzt 15h. Wir hoffen fast auf mehr, sonst sind wir früh um 5 in Havanna.
Danach wollten wir eigentlich mit dem Bus zum Strand. Tja, leider fuhr der nicht da ab, wo der Lonely Planet meinte und wo wir ca. 2km hinliefen. Sonst aber irgendwie auch nirgends,  wir wurden von A nach B geschickt von B nach C und als wir dann zum gefühlt dritten Mal bei A standen, kapitulierten wir. Plan B: Pool. Also weiter zu den beiden möglichen Hotels. Lleno... äääh nee, an dem einen lagen definitiv nur 10 Mann oder so aber wir durften nicht mehr rein.
Plan C: Roller leihen und so zum Strand. Dreimal dürft ihr raten... Klar  keiner mehr übrig (standen auch nur drei vor der Tür...)
Also gings völlig frustriert in ein Restaurant,  es gab Cafe frío. Klingt nach Eiskaffee? Ja, das dachten wir auch. War heißer Kaffee mit Eiswürfeln drin... Wir beschlossen, das Fort an der Küste anzuschauen, auch wenn damit das Programm für  morgen gestorben ist. Die Kellnerin verschacherte uns an einen Chico, der uns hinfuhr. Das Fort war schon ganz nett, hatte weng was piratiges. Und wieder sollten wir für Glotzkowski 5Cuc zahlen. Machten wir aber nicht. Fotos machen ging auch so, machten alle so. Danach wurden wir noch an einen kleinen Stand der Einheimischen gefahren, direkt daneben. Eigentlich wäre das eine total süße kleine Bucht gewesen, eingeschlossen zwischen Felsen, ein kleines Stück Sand mit strohgedeckten Schirmen. Leider war es aber mehr Müllhalde. Echt schade, wie die hier wieder mal mit ihrer Umwelt umgehen.  Alles wird fallen gelassen, von der Zigarettenkippe über die Bierdose bis zur Rumflasche. Und niemand räumt es weg, nur ein paar Dosensammler gibt es, Aluminium scheint etwas Geld zu bringen. Im Wasser wars kaum besser, nur wenn man etwas rausschwamm wurde es schöner. Wir waren aber wohl auch die einzigen, die sich daran störten. Nach zwei Stunden fuhren wir zurück in die Stadt.
Wir tranken einen Saft in einer Bar und lasen etwas. Dann gings heim zum Duschen und einer kleinen Siesta.
Später gings zum Abendessen. Wir landeten auf einem kleinen Balkon in der Nähe der Casa. Obwohl wir die einzigen Gäste waren, dauerte es echt ewig und war leider lang nicht so gut wie gestern. Der Fisch war nicht gebraten wie wir dachten, sondern paniert und frittiert und leider war es auch er, der so lang dauerte. Armer Nemo! Der Reis mit Bohnen war auch ne staubige Sache... Für meine nächste Süd-/Mittelamerikareise pack ich glaub ich ein paar Grillsoßen ein...
Nach dem Essen gingen wir nochmal zu einer kurzen Verdauungssiesta heim. Gegen zehn zogen wir dann nochmal los, wir gingen in die Casa de la Trova, der Tipp im Lonely Planet. Kostete auch gleich mal fünf Cuc Eintritt. Drin waren v.a. Touristengruppen. War auch schon gut gefüllt, nur die Band kämpfte noch gegen die Technik. Wir orderten einen Mojito, dann gings irgendwann auch schon los. Von der Musik wars echt gut, aber die Stimmung war nicht so toll, die meisten sahen aus als hätten sie genug vom Tagesprogramm und wollten nur noch zurück ins Hotel. Gegen elf zur ersten Pause leerte es sich auch dementsprechend. Wir gingen auf den Balkon hinaus und wurden prompt von einem Rastaman angesprochen, der uns am Strand schon angesprochen hatte und uns natürlich sofort wieder erkannt hat. Und natürlich musste ich mit ihm tanzen. War auch ganz ok, aber danach ließ er nicht mehr locker. Angeblich war er auch Tanzlehrer. Forni wurde von seinem Kumpel geangelt. Später erzählte er mir noch seine ganze Lebensgeschichte,  was irgendwann dann doch recht anstrengend wurde, nicht nur sprachlich. Kurz vor eins, wir waren die letzten Gäste, reichte es mir dann echt und wir machten uns davon. Wir übrlegten noch,  ob wir noch wo anders hin wollen, aber außer dem, in das uns die beiden Chicos schleppen wollten, gabs wohl nix mehr. Wir landeten in unserem Treppenhaus,  da wir außen nirgends stehen konnten ohne angequatscht zu werden, als zwei oberdreiste Typen sich davor postierten und reinglotzten. Wir liefen zu unsrer Wohnung hoch und beratschlagten auf der Treppe, als die beiden tatsächlich hochkamen. Echt unverschämt! Also flüchteten wir in die Wohnung und gingen schlafen. Zuvor traf ich noch auf ein Hugoexemplar neben meinem Bett. Schien etwas verwirrt, denn er ergriff nicht gleich die Flucht. So konnte ich in aller Ruhe meine Kakerlakenvernichtungswaffen schnappen und draufhauen. Sieg auf ganzer Linie! Andere Leute haben eine Leiche im Keller, wir hatten dann eben eine unterm Bett!

Santiago - östlichster Punkt 20.08.

Heute morgen gabs wie gewohnt Frühstück,  um kurz nach neun holte uns unsr Stammfahrer Raul ab, es ging zu unsrem letzten Ziel in Cuba, Santiago. Das liegts soweit östlich, dass es deutlich näher an Haiti oder Jamaica liegt als an Havanna. Das zeigte sich auch an den vielen Rastamen gerade eben in der Kneipe.  Um halb 12 waren wir in unsrer Casa, ich muss schon sagen, so zentral wohnten wir noch nie. Die wichtigste Plaza ist keine 100m von uns entfernt. Da unser Zimmer unerwartet eine Nacht länger belegt ist, dürfen wir heute das Zimmer der Casamama bewohnen. Wo auch immer die dann wieder schläft...
Wir machten uns starklar, befreiten Forni aus dem Bad, die Tür wehrte sich etwas bzw hat ihre ganz eigene Technik, und starteten in Richtung Stadt.
Auf dem Plan stand die übliche Walking Tour aus dem Lonely Planet. Los gings am Hafen und dann quer durch die Altstadt. Das Thermometer am Parque Cespedes zeigte stolze 41 Grad. Leider waren zwei unsrer kühlenden Highlights, die Kathedrale und das Museum von Barcadí wieder mal wegen Renovierung geschlossen. Der erste Abstecher führte uns so auf eine Cola auf eine süße kleine Dachterrasse. Später gings ins kleine Rummuseum inklusive einer Verkostung, ins Carnevalmuseum und in eine Art Revolutionsmuseum. Die Eintrittspreise sind hier echt fair, 1-2 Cuc, dafür wollen sie 5 oder 10 Cuc fürs Fotografieren. Haben wir mal schön bleiben gelassen.
Gemütlich gings hier immer weiter, die Schlepper versuchten wir so gut es geht zu ignorieren,  auch wenn sie hier echt aufdringlich sind. Am frühen Abend liefen wir zurück zur Casa, duschten und machten eine kurze Siesta. Dann gingen wir zum Abendessen.  Wir wählten ein kleines Restaurant auf einer Dachterrasse mit Sonnenuntergang und Blick auf die Bucht. Das Essen war sehr lecker, Fisch mit Reis, Kochbananenchips und Salat. Danach schlenderten wir noch etwas durchs Zentrum und landeten in einer kleinen Bar mit Livemusik. Der Mojito war sehr süffig und auch günstig, so dass es nicht bei einem blieb.
Jetzt sind wir wieder zu Hause, sitzen auf dem Balkon im ersten Stock und genießen die frischen Abgase hier. Forni hat gerade aus ihrem Reisetagebuch der letzten beiden Jahre vorgelesen. Jetzt heißt es für euch Daumendrücken, die letzten Jahre hat am 21.8. immer jemamd die Kotzerei oder ähnliches gehabt...

Strandtag 19.08.

Heute war ein fauler Tag geplant. Wir frühstückten sensationell günstig und wurden um neun von unsrem Fahrer von gestern geholt. Er brachte uns zum Strand und das deutlich günstiger als dir ortsansässigen Fahrer. Wir buchten ihn auch gleich für unsere Weiterfahrt morgen nach Santiago, denn er bestätigte leider unsere wahnwitzige Vermutung über die Buchung bei Viazul. Geht nicht! Nur dort, wo ein Bus losfährt, bei allen Zwischenstopps kann man eine Stunde vorher ein Ticket kaufen, wenn noch was frei ist. Dann wissen sie nämlich,  wie viele Plätze noch frei sind... Sehr gut im Nachhinein,  dass wir Mörre zum Flughafen so gut verschachert haben! Heißt für uns wiederum, dass wir in Santiago einen Tag im Voraus buchen können. Hoffentlich...
Wir fuhren also zunächst einmal zum 50km entfernten Strand Guardalavaca an der Nordküste. Ergibt übersetzt den malerischen Namen Bewach die Kuh!
Das tun hier mittlerweile schon einige Resorts, Zahl steigend. Heute waren wir aber eher eine seltene Spezies Touris, die meisten waren Einheimische. Es war schon recht voll, viele scheinen Urlaub zu haben oder eh nie zu arbeiten. Der Strand selbst ist echt schön, weißer Sand, türkisblaues Wasser... So taten wir, was wir tun mussten: Nix! Sonne genießen,  plantschen, schwitzen. Die Cubaner waren da deutlich engagierter: Rum trinken ab 10 Uhr, Mittagessen im großen Stil (Malereimer voll mit gekochten Sachen von Hühnersuppe über Reis und Fleisch gabs alles. Ok, Salat natürlich nicht!)
Um 4 wurden wir wieder abgeholt, 6h Strand reichten. Unser Fahrer setzte uns in der Stadt am Lome de la Cruz ab. Das ist ein Hügel am Stadtrand, etwa 450 Stufen führten uns zum Gipfel, von wo aus wir einen guten Blick über die Stadt hatten. Von dort liefen wir etwa 20 Minuten durch die Stadt zurück zur Casa. Wir duschten und gingen zum Abendessen. Unsre Casamama hatte uns etwas in der Nähe empfohlen,  das schien echt gut zu sein, viele Einheimische standen davor und warteten. Dazu hatten wir aber keine Lust. Die Restaurantdichte im Zentrum war auch sehr gering, so landeten wir in einer kleinen Pesopizzeria. Wir bestellten Pizza, war ganz ok, und Ensalada Fria, zu deutsch kalten Salat. Merke: Wenn du nicht weißt,  was du bestellst, frag nach! Kalter Salat hat nix mit Salat zu tun! Es waren Minispaghettistücke mit Schinken in Mayo und einiges weiteres undefinierbares. Ok, den Verlsut von knapp einem Cuc für beide können wir verschmerzen ;-)  Für insgesamt 5,40 Cuc, also gerade mal 5 Euro waren wir ganz gut gesättigt.
Wir hatten nicht viel Lust noch was zu machen, viel gibt die Stadt eh nicht her, so kauften wir noch ein paar Mischgetränke für den Rum und liefen in die Casa. Jetzt sitzen wir hinter der Casa auf der Veranda, haben den Rum leer gemacht und genießen das faule Leben. Ok, ich bin faul, Forni lernt gerade brav Spanisch. Inzwischen könnte ich sie hier gefahrlos aussetzen, sie würde vermutlich überleben :-)

Gestrandet am Busbahnhof 18.08.

Heute frühstückten wir im Innenhof vor unsrem Zimmer. Es gab mal wieder warme Sandwiches mit Käse (und Schinken), lecker, wir nahmen die Hälfte mit. Ein Anruf aus Santa Clara kam, unsre letzte Hausherrin war dran. Wir hätten eine Coca Cola getrunken und nicht gezahlt. Hallo, gehts noch? Hab hier noch nie Coca Cola getrunken. Keine Ahnung was sie erwartete, sollten wir 5h zu ihr zurück fahren um 2 Cuc zu zahlen? Wahrscheinlich hat sie es selber getrunken. Unsren hiesigen Casabesitzern war das echt unangenehm, konnten das auch überhaupt nicht verstehen.
Danach räumten wir unser Zimmer und zogen nochmal durch die echt überschaubare Stadt. Laut Lonely Planet ist Camagüey ein eher gefährliches Pflaster, den Eindruck hatten wir aber nicht. Wir gingen in eine kleine Galerie eines lokalen Künstlers. Das einzige Museum, das wir sehen wollten, hatte wegen Renovierung geschlossen. Wir liefen an einem Laden vorbei, den wir gestern schon gesehen hatten und den wir für einen Laden hielten, in dem man rationierte Lebensmittel auf Marken bekommt. Und tatsächlich, heute stand eine deutsche Reisegruppe drin, der Guide erklärte, wie das alles funktioniert, wir stellten uns einfach mal dazu. Schon krass, einmal jährlich gibt es ein Heft mit den Marken für jeden Monat. Rum und Bier sind nicht rationiert, Eier dagegen schon. Man bekommt 7 pro Person und Monat! Würde meine ja gerne abtreten, ich kann keine mehr sehen...
Weiter gings zu einer weiteren Kirche, bei der wir auf den Turm durften. Ganz allein! Der Blick war nicht schlecht, aber viel gibt es hier echt nicht. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt - heute war die Hölle los, scheinbar gab es Geld, denn vor den ATMs waren Menschentrauben - und einem Jugo de Mango gings zurück in die Casa. Wir zogen uns um und der lustige Taxifahrer von gestern brachte uns wieder zum Busbahnhof. Und hier nahm das Elend seinen Lauf. Wir ließen uns gleich mal abfangen, Taxi Collectivo für 20, statt Bus für 11 Cuc. Fair, dachten wir, spart das Taxi in Holguín. Der einzige Haken waren die zwei noch nötigen Mitfahrer, denn es kam einfach keiner. Dummerweise war eine halbe Stunde später der Viazul Bus voll, wobei das vorher vermutlich auch schon so war. Wie gesagt, wir wollten gestern schon buchen oder reservieren, aber das ging ja nicht. Unsre Vermutung: Mit viel Glück kann man reservieren. Ansonsten rufen die an, wenn der Bus in A startet und sagen, wie viele Plätze in B frei sind. In B kann man dann nach Abfahrt in A buchen. Oder eben auch nicht. Wir saßen also weiter. Irgendwann nach gut zwei Stunden meinte unser Vermittler dann, sie hätten zwei andere, die in etwa zum gleichen Ort wollten. Die würden jetzt geholt, dann kämen sie uns holen. Hm, eine Stunde später standen wir immer noch,  aber der Typ war dafür weg. Ein anderer wollte uns dann für 80 fahren, also wir sollten das ganze Taxi zahlen. Wir waren kurz davor... Dann plötzlich sollte es nur noch 60 kosten, jetzt hatte er uns soweit. Wie sich herausstellte, kassierte er 20 Provision, der super nette Fahrer nur 40 für seine 3h Fahrt! Er dachte auch wir zahlen 50, 10 Provision wären wohl üblich. Banditos, schimpfte er, schien als wäre es ihm direkt peinlich, wie die hier die Touris ausnehmen. Wir waren v.a. froh, doch noch weg zu kommen, nach 3,5h am Busbahnhof...
Nach einer recht angenehmen Fahrt im Oldtimer kamen wir gegen halb sieben in unsrer Casa in Holguín an. Die Casamama erwartete uns schon besorgt, Jorge aus Camagüey hatte wohl schon angerufen um zu fragen, ob wir gut angekommen sind. Die Casa ist ganz süß, nicht so nobel wie die letzte, aber genau richtig für uns und preislich ok. Wir warfen die stinkenden Joggingschuhe von uns und gingen in die Stadt. Nach nur einer Stunde Sightseeingprogramm hatten wir die Highlights, bestehend aus drei Plätzen und vier Kirchen abgearbeitet und gingen zu einer LP Empfehlung  essen. Heute mal chinesisch. Sehr stilvolle Dachterrasse mit Bambus und Laternen und sehr leckeres Essen. Für kubanische Verhältnisse fast zu gesund, viel Gemüse und Reis. Danach gings noch auf einen Absackermojito in eine Dachterrassenbar an der Plaza del Internet. Doch es zog uns irgendwie heim, die Dusche rief. Und somit kuckte wieder mal eine Casamama völlig entsetzt,  was wir schon um 10 bei ihr wollen, kann doch nicht sein, dass wir nicht tanzen gehen!

Weiter gehts nach Camagüey 17.08.

Heute morgen standen wir wie gewohnt auf und starteten mit unsren Rucksäcken ohne Frühstück. Wir waren jeden Tag mehrfach an einem Sandwichladen vorbeigekommen, der auch immer offen war. Naja heute war natürlich geschlossen... Nach etwas Suchen fanden wir dann doch ein paar Sandwichs mit einer Extraportion Schmelzkäse. Mörre kaufte noch Rum für Zuhause, wir machten Kassensturz in der Gemeinschaftskasse, dann fuhren wir mit einem Tuktuk zum Bahnhof.
Forni und ich konnten problemlos unsre Tickets kaufen, handgeschriebene kleine Zettelchen, Mörre sollte um 11 wieder kommen. Warum auch immer. Wir gingen zur gegenüber liegenden Straßenseite und setzten uns vor dem El Rapido in den Schatten. Forni holte Kaffee, der gar nicht schnell war. Während wir warteten kam mal wieder einer der unzähligen Taxifüller und fragte Havanna, Cienfuegos, Varadero? Nur zum Spaß erkundigte ich mich nach dem Preis für ein Colectivo nach Havanna. 20 Cuc, nur zwei mehr als der Bus, für 25 kommt Mörre sogar direkt zum Airport, Abfahrt sobald das Auto voll ist. Sie überlegte nicht lange, ein Taxi von Havanna zum Flughafen kostet Minimum nochmal 20. Und so schaffte sie es durch Cuba ohne ein einziges Mal mit dem Viazul Bus zu fahren! Noch dazu startete sie zeitgleich mit uns. Wir verabschiedeten uns und liefen zum Bus. Rucksackabgeben kostete warum auch immer nochmal einen Cuc. Was tun sie hier nicht alles zur Verbesserung der Arbeitslosenquote...
Mit 20 Minuten Verspätung ging es um 10.40 Uhr los in der rollenden Gefriertruhe. Endlich sahen meine langen Hosenbeine und meine Softshelljacke auch mal was von Cuba, wenn auch nur einen Bus von innen. Das Klo war kaputt, der Fernseher wohl auch oder warum sonst lief er nicht? Vielleicht brauchte aber auch einfach die AC zuviel Strom. Zwischendurch wurde an einem Restaurant gehalten, über eine Stunde! Die können sich hier echt ausmehren. Aber immerhin tauten meine Ohren da wieder auf. Um halb 5 kamen wir in Camagüey an, unser Fahrer wartete schon. Wir erfragten noch bei Viazul die Abfahrtszeit für morgen, buchen ging natürlich wieder noch nicht. Dafür müssen wir morgen wieder eine Stunde früher da sein, vielleicht läuft uns da ja wieder ein privater Fahrer über den Weg.
Kurz danach waren wir in der Casa, wieder sehr schön mit gemütlichem Innenhof. Das Netzwerk aus Empfehlungen funktioniert hier echt saugut. So hat uns der Hausherr hier auch schon wieder an einen Kumpel und seine Tante in den beiden nächsten Städten verschachert. Wir sprangen in ein luftigeres Outfit und zogen los in die Stadt. Macht echt einen sehr schönen Eindruck, viele schöne alte Häuser, Kirchen, viele nett aussehende Bars und Restaurants.
Wir machten auch gleich zwei Zwischenstopps, erst in einer sehr hässlichen aber ganz guten Eisdiele, dann in einer süßen kleinen Bar, in der jeder mal seinen Namen an die Wand schreiben muss. Wir tranken einen sehr leckeren Mojito und bekamen schnell Gesellschaft von den zwei Typen am Nebentisch. Ein portugiesischer Kanadier und sein kubanischer Kumpel, irgendwie waren sie ganz witzig.
Danach gings weiter über Plätze, an Kirchen vorbei bis ans andere Ende der  historischen Altstadt. Bevor wir zu einer Lonely Planet Restaurantempfehlung liefen, lieferten wir uns noch ein kleines Rennen mit einem Bicitaxi, in Walkingtempo konnten wir gut mithalten. Das Restaurant war echt schön, italienische Küche, es gab Parmesan, Emmentaler und Gouda, zumindest auf der Karte. Tomaten waren aber leider aus oder nicht lieferbar. Wir hatten Salat und riesige gute Pizzen, von denen wir nur die Hälfte schafften. Dafür super günstig. Die Reste nahmen wir mit, um sie noch an den Mann/Hund zu bringen. Das war hier richtig schwierig, die ersten Taxifahrer wollten nix, der erste Hund schnüffelte nicht mal dran. Doch schließlich entdeckten wir doch noch einen Obdachlosen im Park, der sich sehr freute. Wir nahmen noch einen Mojitoabsacker und gingen nach Hause und endlich duschen. Jetzt sitzen wir noch ganz entspannt in den Schaukelstühlen im Hinterhof vor unsrem Zimmer.

Santa Clara 16.08

Mehr oder weniger erholt gab es um 8 Uhr Frühstück. Viel Obst und zweierlei Säfte, sonst aber kein Vergleich zu unserem Otto. Mit uns am Tisch saßen zwei Italienerinnen, die eine Bustour machten und dabei wohl immer in Casas statt Hotels untergebracht werden. Lustigerweise musste ich für die dann dolmetschen, da sie sich warum auch immer nicht mit der Hausherrin verständigen konnten, obwohl die beiden Sprachen so ähnlich sind.
Nach dem Frühstück liefen wir los Richtung Viazul. Da das etwas außerhalb liegt, wollten wir endlich mal Kutsche fahren, aber wenn man die blöden Viecher einmal braucht, ist natürlich weit und breit kein Pferd zu sehen. Also liefen wir die 2 km eben zu Fuß. Dort angekommen durften wir unsre Namen auf Listen für  Busse morgen setzen, Tickets kaufen ging nicht, das Computersystem (???) war ausgefallen.
Zu Fuß gings dann weiter zum Che Monument. Erinnerte mich ein bisschen an das von Ho Chi Minh in Hanoi. Ein riesiges Gelände, viel Beton, überall bewaffnete Polizisten, die jeden Schritt überwachen. Wir mussten Taschen und Kamera abgeben bevor wir rein durften. Das Ganze aber kostenlos! Dann ging es hinein zu Ches Grab und denen einiger anderer. Che wurde Ende der Sechziger in Bolivien hingerichtet als dort die kommunistische Revolution scheiterte oder so. Erst dreißig Jahre später wurden seine Überreste in einem Massengrab dort gefunden und nach Cuba überführt.
Danach gings noch durch das kleine Che Museum. Draußen machten wir dann noch ein paar Fotos vor dem Denkmal bevor wir wieder Richtung Stadt liefen. Unterwegs kamen wir an einer Mauer mit vielen Bildern vorbei, die uns alle etwas Tiefgründiges sagen wollten, die wir aber nicht immer verstanden.
Eigentlich wollten wir danach in die Tabakfabrik, die interessanter sein soll als Partagas in Havana. Dummerweise hat die sonntags natürlich zu. So gabs erstmal eine Cola und ne Runde Lonely Planet bzw Kindle vor einer "äußerst geschmackvollen" Bar. Dafür aber für nur 50ct. Mörre entdeckte dann die Lösung für den restlichen Nachmittag: Ein Hotelpool! Wir kuckten also noch schnell über den Hauptplatz und bewunderten die verschiedenen alten Gebäude dort und das im Plattenbaustil errichtete Hotel Santa Clara Libre mit original Einschusslöchern! Auf dem Platz selber herrschte reges Treiben, die halbe Stadt war im Internet  während ihre Kinder in Ziegenwägelchen um den Platz gezogen wurden. Kein Witz!
Wir holten unse Badesachen und gingen ins Hotel America. Wir hatten zwei Möglichkeiten: 10 Cuc Eintritt mit 8 Freiverzehr inkl. oder 2 Cuc Eintritt ohne Freiverzehr. Äääh ja, such den Fehler... Wir zahlten also 2 Cuc und verfraßen und versoffen dann insgesamt 16 Cuc mit Mojito, Pommes und Salat...
Der Pool selbst war ganz ok, nicht groß,  aber für ein paar Stunden echt ok. Um uns rum waren fast nur Cubaner, es gab das komplette Animationsprogramm mit Musik, Gesang und Filmquiz. War ein lustiges Peoplewatching.
Gegen sechs gingen wir heim duschen und dann essen. Da wir kein Risiko eingehen wollten, wählten wir eine Empfehlung aus dem Reiseführer und wurden nicht enttäuscht. Wir aßen super leckere Nudeln mit Meeresfrüchten bzw Bolognese. Die kosteten wengier als die ekelhaften mit Tomatenwassersoße am Tag zuvor. Obwohl das Restaurant deutlich teurer wirkte. Hier darf man sich weder am Aussehen noch am Preis orientieren. Während wir noch da saßen, kam ein deutsches Pärchen herein, die wir in Trinidad auch schon ein paar Mal gesehen haben. Echt alles ein Dorf hier!
Danach gings zu unsrem Stammdealer Mojito holen, aber der war aus! Vermutlich hatte eine der Ziegen die Minze gefressen, denn Rum gab es reichlich. Wir beschlossen eine spontane Rumverkostung zu mache, nahmen drei verschiedene doppelte Habana Club für nicht mal zwei Cuc und zwei Cola zum anschließenden Mixen. Fazit: Je älter und teurer desto brrrr! Der günstigere brannte noch auf Zunge während sich das Brennen beim teuersten im ganzen Körper ausbreitete. Wir mischten alle zusammen und gossen das ganze mit Cola auf. Dazu gab es wieder Peoplewatching, unter anderem Zweijährige auf Highheels. Als alles leer war gingen wir zum hässlichen Hotel mit den Löchern, denn es hat eine Dachterrasse im 10. Stock mit Blick auf die Stadt. Auf das Schild vor der Tür mit Preisen und Öffnungszeiten durfte man natürlich wieder nicht achten, eh alles anders. Aber gar nicht teuer. Wir tranken unsren letzten guten gemeinsamen Mojito und genossen die Aussicht. Gut, beides gleichzeitig war nicht möglich, denn die Mauer war 20cm zu hoch um vom Stuhl aus zu kucken... Die nutzen hier ihr Potential einfach nicht aus!
Als der Mojito leer war gings zurück zur Casa und ins Bett.

Wanderung zum El Cubano 15.08.

Heute morgen standen wir auf, packten und frühstückten. Nachdem auch noch gezahlt wurde, latschten wir los, aus der Stadt hinaus und dann eine kleine schlechtere Straße entlang zu dem kleinen Nationalpark El Cubano. Nachdem wir unsren Eintritt gezahlt hatten, liefen wir einen echt schönen Weg am Fluss entlang bis zu einem Wasserfall.  Unterwegs trafen wir kaum einen Menschen, auch die Straße war kaum befahren. Am Wasserfall selbst waren aber schon recht viele Kubaner, bepackt mit Fressalien für Wochen und natürlich Rum. Wir sprangen in die Badesachen und danach in die Fluten. Wenn auch nacheinander,  war uns doch etwas zu riskant, alles unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Nach einer Runde Plantschen ging es den gleichen Weg zurück. Und jetzt kamen unsf sau viele Kubaner entgegen, ganze Großfamilien mit der entsprechenden Verpflegung. Wir sprangen unterwegs nochmal in einen anderen Naturpool,  danach ging es die Straße zurück. Auf der Strecke kamen uns allein schon 4 gut gefüllte Busse entgegen. Wir waren echt froh, schon auf dem Rückweg zu sein. In Trinidad angekommen tranken wir noch was in einem Restaurant und kauften uns eine Pesopizza, vier Stück für nicht mal einen Euro.
Dann ging es zur Casa, wo wir noch ein Foto mit Otto und seiner Frau Noemi machten. Otto ist echt ne Marke für sich! Ziemlich betagt, ca. 1,45m groß mit Buckel wie der Glöckner von Notredame. Kennt jeden und jeder kennt ihn.
Hm, um 4 sollte dann eigentlich unser Auto kommen, tat es aber nicht... Um halb 5 auch nicht. Ok, der Preis war wohl einfach zu gut, vermutlich hat der Typ sein Auto dann noch teurer an jemanden anderes vertickt. Wir sahen uns also schon noch eine Nacht länger in Trinidad und gingen zu Viazul,  um Bustickets zu kaufen. Die Pechsträhne hielt sich hartnäckig, der Schalter hatte eine Stunde früher als üblich geschlossen.  Es war aber noch jemand da, der uns sagte, beide Busse morgen nach Santa Clara sind lleno. Überlegt mal was das wohl heißt... Guter Rat war teuer, als mal wieder ein Chico zu Höchstformen auflief. Er verschacherte uns für 50 Cuc an seinen Kumpel und seinen Mercedes! Abfaht sofort! Also rein ins Auto, auf zu Otto, Rucksäcke holen und los gings. Um kurz nach 5 waren wir dann unterwegs und etwa 2,5h später gut in Santa Clara angekommen. Die Casa, die uns Otto empfohlen hat, ist leider recht enttäuschend, dafür aber genauso teuer. Vielleicht wurden wir bisher aber auch zu sehr verwöhnt. Unser Zimmer ist quasi fensterlos, dafür gibt es seit Havana zum ersten Mal wieder den lebenswichtigen Fernseher. Außerdem ziemlich eng und wenig gemütlich. Wir duschten und liefen zum Hauptplatz um noch was zu essen. Hätten wir das Geld mal besser in Mojito investiert! Die Restaurantdichte ist sehr gering, wir landeten daher in einem staatlichen äääh Restaurant. Waren wir bisher noch der Meinung, an Nudeln mit Tomatensoße könne man nicht sooo viel falsch machen, wurden wir hier eines besseren belehrt. Die Spaghetti waren etwa doppelt so dick wie normal, kommt wohl von ca. 25 Minuten Kochzeit. Die Soße war zu 50% Nudelwasser, sogar mir fehlte Salz. Mörres Burger sah nicht wirklich appetitlicher aus. Ich konnte nicht mal behaupten, der Hunger treibts rein,  denn so groß war der nicht. Noch dazu waren es mit über 4 Cuc die teuersten Nudeln, außer die mit Garnelen. Wir zahlten schnell und machten uns davon, ein Mojito musste her. Mit dem gings dann in den Parque Vidal, zugleich Plaza del Internet. Hier war ordentlich was los. Wir steuerten eine leere Bank unter einem Baum an. Warum die leer war, erfuhr ich etwa eine Minute später, als mich etwas von oben vollgeschissen hat. Während ich noch fluchte und unser Klopapier missbrauchte, traf der nächste Schuss auch schon Mörre. Forni lachte noch, bis sie in die Scheiße auf ihrem Lonely Planet griff :P
Wir zogen also weiter,  hörten noch einer Band auf der Straße zu und gingen dann kurz nach 10 auch schon wieder zurück in die Casa. Irgendwie waren wir alle etwas platt, 2/3 des Expeditionsteams brauchen eben einfach ihre 8h Schlaf. V.a. im Urlaub! In diesem Sinne: Gute Nacht

Valle de los Indígenos 14.08.

Heute habe ich das erste Mal tatsächlich in meinem Bett geschlafen und das auch recht gut. Nach dem Frühstück liefen wir zum Bahnhof, von wo aus wir mit dem alten klapprigen Tourizug ins Valle de los Indígenos starteten. Dieses Tal war in der Kolonialzeit Grund für den Reichtum Trinidads, denn hier wurde Zuckerrohr angebaut. Laut Reiseführer sollte es einen Turm und das alte Gutshaus sowie Ruinen von Zuckermühlen zu sehen geben. Hm, nun ja, also der Turm  war noch da, inmitten hunderter Souvenierverkäufer, hauptsächlich Tischdecken und ähnliches. Wir kämpften uns durch sie und durch die Tourimassen und waren relativ bald am Turm, was sehr gut war, am Rückweg nach unten war ziemlich Stau. Der Ausblick war schon gut, wenn auch durch einige neuere Gebäude zerstört. Das hochgelobte Gutshaus war leider nur noch ein Restaurant. Eigentlich hatten wir geplant, von hier aus etwas umher zu wandern, denn der Reiseführer war der Meinung der Zug endet hier. Doch nach einer dreiviertel Stunde fuhr er weiter, wir wussten nicht so genau wohin. Leider genau dahin, wohin wir laufen wollten. Eine weitere alte Casa, leider zum Restaurant umgebaut. Wir wollten schnell was trinken und dann wenigstens zum Turm zurück wandern, aber daraus wurde nix. Erst saßen wir rum bis nach einer Viertelstunde doch mal ne Bedienung kam, um uns zu sagen, nur trinken ist hier nicht. Ähnlich lang dauerte es dann in der "Bar" und damit war die Zeit auch schon fast um. Und so stiegen wir um halb 2 auch schon wieder in den Zug, der uns zurück in die Stadt brachte.
Fazit: Dieses Tal war bestimmt echt mal richtig toll, doch Horden von Touris haben es echt kaputt gemacht. Alle sind nur noch auf Geld aus, schon die Kinder, die an den Gleisen stehen und winken sind auf Bonbons und Seife abgerichtet. Wenn überhaupt lohnt sich das ganze wohl nur noch mit privatem Pkw bzw Fahrer, so dass man die Tour azyklisch machen kann. Die Zugfahrt eignet sich nur für den klassischen Touristus Massicus...
Zurück in der Stadt liefen wir wieder zu unsrer Casa, wo wir erfuhren, dass unser Zimmer ab morgen belegt sei. Wir hatten die Wahl zwischen Umziehen zu Elidia oder Weiterfahren wohin auch immer. Wir gingen in die kleine Bar, in der wir schon mal am ersten Tag hier waren und planten. Heraus kam, dass wir morgen Vormittag noch hier bleiben und nachmittags weiterfahren nach Santa Clara. Für Forni und mich zwar ein kleiner Umweg, aber nicht schlimm, da so Mörre noch bis zu ihrem Rückflug bei uns bleibt. Als das entschieden war, wollten wir bei Viazul Tickets kaufen, aber wie bisher immer, kamen wir auch dieses Mal nicht mal bis zum Ticketschalter. Schon davor fing uns ein Chico ab, der uns im "Taxi" hinbringt von Casa zu Casa und das für 10 Cuc pro Nase statt 8 im Bus. Dafür in 1,5 statt 3h.
Nachdem das geklärt war steuerten wir die Plaza del Internet an. Zum ersten Mal aktiv. Wir kauften uns für je 2 Cuc eine Stunde Internet. Wie ihr sicher gemerkt habt, nutzte ich sie v.a. zum Blog hochladen. Ist schon echt lustig. Man stellt sich ewig an, um dann für 2Cuc eine Karte zu kaufen. Warum das so lange dauert, weiß ich nicht. Dann geht man raus, setzt sich auf die Plaza und gibt den Zugangscode ein. Und mit ein wenig Glück kann man dann inmitten zig anderer surfen. Ansonsten war ich ganz bewusst weder auf Fb noch in Whatsapp, nicht erreichbar zu sein ist nämlich echt toll!
Im Anschluss gings heim duschen und dann weiter zum Abendessen. Da wo wir auch gestern waren. Lecker Pizza, Hähnchen und Hamburger, dazu Eros auf die Ohren. Weiter ging es in ein Bar in einer alten Ruine, dann auf einen Mojito von unsrem Stammdealer, den wir vor der Casa de la Música tranken. Heute war die Treppe offen und die Casa offensichtlich ohne Eintritt. Dann gingen wir ins Palenques de las Congas reales, Empfehlung vom Lonely Planet,  Ela aus Viñales und meiner Mum. Also entweder war das bei euch deutlich besser oder wir müssen dringend mal unsre Vorstellung von einer guten Show bequatschen... Ich schaffte es gerade so, nicht einzuschlafen und war ganz froh, als es vorbei war. Wir gingen heim und jetzt sitze ich noch ein letztes Mal auf der Dachterrasse und schreibe Blog. Mal sehen, ob unse nächste Casa ansatzweise so gut wird wie diese hier!

Freitag, 14. August 2015

Strand und Delfine 10.08.

Heute sollte ein typischer Touritag auf dem Programm stehen. Um 8 gabs Frühstück,  ohne Ei,  dafür mit Käse. Danach lief ich schnell in die Stadt um die idealen Souvenirs für Lara und Lena zu besorgen, gestern hatte der Laden zu nachdem ich mich entschieden hatte...
Dann gings mit dem Taxi zum knapp 20 km entfernten Delfinarium. Schwimmen mit Delfinen stand auf dem Plan, meine Eltern hatten mir davon lange genug vorgeschwärmt. Ok, Pläne und Cuba, das ist so eine Sache, passt leider nicht immer zusammen. Umd so war der Terminkalender der beiden süßen Viecher leider schon randvoll. Etwas frustriert kauften wir uns dann unsre Tickets für die Delfinshow. War eigentlich echt ganz gut gemacht und den beiden Delfine schien es auch Spaß zu machen. Zumindest hätten sie problemlos über die Abgrenzung vom echten Meer verschwinden können, aber das Leben im All inclusive Resort gefiel ihnen wohl. Glotzkowski machte richtig gute Bilder, mit ner normalen Digicam wäre es schwierig geworden.  Nach der Show sahen wir auch, wieso alles ausgebucht war, etwa 20 Holländer machten sich bereit. Das hatte echt etwas von Massentourismus, wir waren recht froh, da kein Teil davon zu sein, der Bericht meiner Mum klang so völlig anders...
So kamen wir also früher als geplant an den Strand.  Unser Fahrer setzte uns ab. Wir liefen etwas vom Hauptstrand weg und landeten dafür beim Strand des Resorts, der war aber fast komplett leer. Leider war er nicht so übermäßig sauber, aber für ein paar Stunden ganz ok. So bedienten wir das klassische Touriprogramm mit Baden, Sonnen, Schlafen und Lesen. Um fünf gings dann zurück in die Stadt. Wir entsandeten uns in der Dusche bevor es zum Abendessen ging. Heute richtig schick und verhältnismäßig teuer in das auch von meiner Mum empfohlene Restaurant. War auch echt gut und auch absolut reichlich. Wir machten trotzdem noch einen kleinen Abstecher in die Casa de Chocolate (das sollte doch auch jeder Nichtspanier verstehen) und nahmen uns drei kleine Schokogebäcke für insgesamt vielleicht 60ct mit.
Wir saßen noch kurz auf dem heute echt leeren Malecon (der Karneval ist vorbei) und sahen uns den Sonnenuntergang an. Wobei wir die einzigen waren, die Richtung Meer schauten, alle anderen sahen zur Straße... Glotzkowski tat auch hier brav seinen Job, waren die Bilder wieder mal besser als das Original. Mit etwas Cola für den Rum gings zurück zur Casa. Jetzt sitzen wir mit Cuba Libre auf der Terrasse, gucken die Fotos an und lesen noch etwas.
Morgen geht es dann mit Umweg weiter nach Trinidad.

Playa Ancon 13.08.

Nachdem die AC wirklich alles mit ihrer sibirischen Zugluft erreichte, schaffte es der Ventilator dafür gar nicht bis zu meinem Bett, weswegen ich wieder umzog. Gute Entscheidung, draußen wars echt wieder angenehm. Um acht gabs Frühstück,  um neun holten wir unsre Fahrräder,  um an den Strand zu fahren. Hätten wir nur ansatzweise geahnt, wir hätten garantiert ein Taxi genommen. Von den etwa 21 Gängen funktionierten bei meinem Rad genau zwei, aber auch nur, wenn man nicht zu stark in die Pedale tritt. Schon nach kürzester Zeit verabschiedete sich dann auch schon die Kette. Nach vielleicht einer Stunde kamen wir dann am Playa Ancon an, ein eigentlich schöner Strand, wenn auch ziemlich voll für meinen Geschmack. Aber ging schon noch. Wir verbrachten den Tag mit nichts tun, schwimmen und lesen. Gegen fünf wollten wir dann zurück radeln. Hm nun ja, was soll ich sagen, alles nicht so einfach hier und manche Dinge müssen im Blog einfach zensiert werden :P Wer mehr wissen will, muss uns selber fragen... Es sei nur soviel erwähnt, dass wir gegen acht dann doch alle wieder samt Rädern beim Fahrradverleih vor der Tür standen, wenn auch fix und fertig mit den Nerven.
Mehr oder weniger ungeduscht gings direkt weiter zum Abendessen, das uns dann doch entschädigte. Leckere und günstige Nudeln bzw Pizza und Cerveza. Jetzt wird nur noch auf der Dachterrasse gechillt mit etwas Cuba Libre  bevor es dann ins Bett oder auch wieder auf die Dachterrasse geht...

Trinidad 12.08.

Ich habe tatsächlich überlebt :P Dafür bin ich aber definitiv am bisherigen Tiefpunkt angekommen. Nach etwa drei Stunden Frieren ohne Schlaf trotz Wolldecke, wobei mein Körper sowas wie Schüttelfrost entwickelte, nur ohne Schütteln, aber mit nem ständigen Wechsel aus einfach nur kalt und kalten Schweißausbrüchen, hab ich gegen vier den Kühlschrank verlassen und mir mit Hilfe der Decke ein Lager auf der Dachterrasse gebaut. Da bin ich dann auch endlich eingeschlafen, nur wurde es um 6 leider wieder hell und dementsprechend kurz war die Nacht. Aber auf meinen Körper ist Verlass und so kann ich wenigstens mit Halsschmerzen und brennenden Augen auftrumpfen, toller Tag. Klimaanlage und ich passen einfach nicht zusammen...
Um halb neun gabs Frühstück und wenn ich gerne frühstücken würde, wäre ich wohl echt begeistert gewesen. Neben dem Üblichen gab es noch Sandwich mit ganz gutem Käse und kleine Küchlein. Dazu auch echte Milch, nicht die übliche Pulverplörre.
Nach dem Frühstück gings in die Stadt in ein Museum im Haus eines ehemaligen deutschen Gutsherren oder was auch immer. Ganz schön ein Palast mit vielen alten Möbeln. Highlight war der Turm mit einem super Blick über die Stadt. Wir hatten voll Glück und waren allein oben, bevor ganze Tourihorden kamen. Danach gings kurz in die Kirche am Plaza Mayor, die nur kurz geöffnet hatte. Hm, Kirche halt. Wir belohnten uns erstmal mit frischem Ananassaft auf der Treppe vor der Casa de la Música. Danach liefen wir die Walking Tour aus dem Lonely Planet entlang und kamen ins echte Trinidad, das von den Busladungen verschont bleibt. Nur drei andere Lonely Planet Verfechter verfolgten uns. Waren tolle alte Gassen mit uraltem Kopfsteinpflaster. Im Anschluss stiegen wir noch auf den Glockenturm mit Museum und hatten nochmal einen tollen Blick.
Jetzt stand mal wieder Cachen auf dem Programm, Gipsy führte uns in eine süße kleine Innenhofkneipe, die auf Kaffeegetränke spezialisiert war. Wir orderten drei Eiskaffeevariationen und ich startete meine Suche, was bei der Besitzerin für viel Freude sorgte. Mit frio und caliente lotste sie mich aber in die richtige Richtung. Der Kaffee war auch sehr lecker und bewahrte mich vorm im Stehen Einschlafen.
Schließlich stiegen wir noch auf einen kleinen Hügel mit Kirchenruine. Leider etwas enttäuschend, denn außenrum wird neu gebaut... Um einem komatösen Zustand vorzubeugen, verzichtete ich auf die Souvenirshoppingtour und machte Siesta in der Casa. Meine zwei nötigen Souvenirs habe ich schon, so schnell wie noch nie, mehr gibts net!!!
Am späten Nachmittag kamen auch die beiden anderen wieder. Wir saßen noch etwas auf unsrer Terrasse. Abendessen wollten wir in unsrer Casa. Um halb 7 ging dann das Spektakel los, die Hausangestellte begann, den Tisch hier oben einzudecken. Um sieben nahmen wir dann Platz, unser Oberkellner in Badeshorts, Flipflops, Unterhemd und Goldkettchen, dafür aber mit 2. Arm auf dem Rücken, servierte uns die Vorspeise: Salat und Kürbissuppe mit Kochbananenchips, sehr lecker. Wir orderten eine teure Flasche Wein, alles andere wäre unter Niveau und ich musste ihn tatsächlich kosten, bevor er uns einschenkte. Ihm schien das Spiel ähnlich viel Spaß zu machen wie uns. Dann ging es weiter mit dem Hauptgang, Fisch mit Reis und Pellsüßkartoffeln. Zum Nachtisch gab es Schokoeis und Espresso. Ich muss schon sagen, gelungene Veranstaltung! Die anderen zwei haben sich jetzt vom Acker gemacht, keine Ahnung wohin. Ich werd mich jetzt dann ins Bett hauen, Kopf, Hals und Augen fühlen sich immer noch nicht wirklich besser an. Und so hab ich die Hoffnung auf ein paar Stunden Schlaf ohne Erfrierungen ;-)