Freitag, 14. August 2015

Weiterreise nach Cienfuegos 08.08.

Heute morgen standen wir wie gewohnt auf und packten unsre Sachen. Von Hugos Familie war nichts zu sehen. Entweder fanden sie unsren Saustall zu dreckig  oder sie haben sich ein schönes Plätzchen für die Weiterreise in einem unsrer Rucksäcke gesucht... wir frühstückten ein letztes Mal in unsrer Gartenlaube und wurden gegen dreiviertel neun von unsrem Fahrer abgeholt. Mit uns kamen die drei Ösis sowie ein italienisches Pärchen. Wir wurden in einen großen dreireihigen Oldtimer geschlichtet. Der Preis war der selbe wie mit dem Touribus, aber so waren wir 2 bis 3 Stunden schneller. Bevor es aber losgehen konnte, wurde noch ewig im Motor rumhantiert, also einer schraubt und drei schauen zu. Das Gepäck kam aufs Dach und wir drei auf die hintere Bank, wo sich kein Fenster öffnen ließ.  Nicht so schlimm, dachte ich, das zieht schon durch. Tat es auch, aber hauptsächlich zog es vom Auspuff in den Innenraum durch... Zeitweise war ich kurz vor der Vergasung... Lag es am Dubel oder sahen wir es wirklich? Jedenfalls stellte sich uns dieses Mal die Frage, ob es auf kubanischen Autobahnen erlaubt ist, auf der linken Spur zu parken oder ob das nur am Seitenstreifen geht...
In der Nähe von Havana wurde das Auto gewechselt, das zweite wirkte noch etwas mitgenommener als das erste. Dieses Mal saßen aber die Jungs hinten und wir in der Mitte, lufttechnisch angenehmer. Die Autobahn war dreispurig, doch meist war nicht ein Auto zu sehen. Und wenn doch, dann schien unser Fahrer den anderen zu kennen und es wurde kurz von  Fenster zu Fenster hin und her geschrien. Kurz vor Cienfuegos zogen dann fiese dicke Wolken auf und es begann zu regnen. Wir stoppten kurz, um aufs Dach zu klettern und die Regenhüllen über die Rucksäcke zu ziehen. Super Idee, kurz danach gings richtig los. Der mini Scheibenwischer brachte kaum was und wir wurden selbst ordentlich nass, denn die Seitenfenster kannten nur eine Einstellung: offen.
Der Regen war aber bald vorbei und wir kamen bei Sonnenschein an. Leider war die Casa, die mir meine Eltern empfohlen hatten, geschlossen. Der Fahrer hatte aber natürlich Amigos... Wir befürchten das schlimmste, aber wir kamen tatsächlich in ein richtig tolles Haus. Unser Zimmer ist relativ groß, es gibt sogar einen Schrank und ein schönes sauberes Bad mit heißer Dusche, wers braucht...
Es war inzwischen vier und nach einem Mangosaft auf der Terrasse mit kurzer Einweisung des Hausherren zogen wir los. Wir hatten mal richtig gutes Timing bewiesen,  hier ist seit gestern bis morgen Karneval! Und das fast vor der Haustür. Direkt am Malecon, der auch hier die Küstenpromenade bildet. Wir gönnten uns einen Mojito und sahen uns etwas um. Uns fielen viele Menschen mit Bier in verschiedensten Behältnissen auf,  vom leeren Joghurtbecher bis zum riesigen Thermobecher. Der Grund war schnell gefunden, es gab zig kleine grüne Lastwagen, die Bier ausschenkten. Außerdem gab es unzählige Fressstände, alles in Peso und sau billig.
Da wir ziemlich hungrig waren,  gingen wir in ein kleines Lokal am Ende des Malecons. Es hatte im 3. Stock eine Terrasse mit grandiosem Ausblick. Es gab einen Gruß aus der Küche und dann verschiedene Fischgerichte,  alles sehr lecker und reichlich. Danach gingen wir zurück zur Casa duschen. Sauber und frisch gekleidet liefen wir später wieder los. Wir waren mit aufgeschnittenen Flaschen bewaffnet und steuerten gleich mal einen Bierwagen an. 700ml 3$ stand dran. Etwas unsicher ließ ich den ersten Becher füllen.  Drei Cuc erschien uns zu teuer, 3 Pesos wären aber nur etwa 12 Cent. Ich zahlte Mal großzügig mit 100 Pesos und bekam tatsächlich 97 zurück! Unglaublich, damit ist mein bisher billigstes Bier, Tiger in Hue Vietnam getoppt!  Und dazu war es echt ganz gut!
Wir waren dann gerade rechtzeitig da, als die Parade losging. War schon cool,  wie man es so aus dem Fernsehen kennt mit all den Tänzern und Wägen. Irgendwie zog es sich aber ziemlich, es war immer mehrere Minuten Pause bevor die nächste Gruppe kam. Wir gingen nochmal in das Restaurant vom Abendessen und sahen uns das ganze von oben an. Danach gings noch mal quer durch bevor ich zum Bett zurück wackelte. So, Blog zu Ende, jetzt wird geschlafen!

Radeln in Viñales 06.08.

Heute Nacht wurden wir jäh von Mörres Urschrei aus dem Schlaf gerissen. Sie hatte auf dem Klo Bekanntschaft mit Hugo gemacht. Für alle, die Hugo nicht kennen: Indien 2013 Kapitel Andamanen letzter Tag. Hugo hat einige Beine, einen langen schwarzen Panzer und Fühler  und würde angeblich einen Atombombenangriff überleben. Die beiden starrten sich also an bevor Hugo von unsrer Pequeña (die Kleine) in die Flucht geschlagen wurde. Dummerweise floh er in Richtung unsres Zimmers und verschwand in den Tiefen, vermutlich in einem gemütlichen Rucksack...
Am Morgen gabs wieder Frühstück, danach kam ein Chico und brachte uns drei Fahrräder samt Zahlenschloss mit der Kombination 2016, proximo año... Die Mountainbikes waren echt ganz ok, nur ratterten sie ziemlich, müsste mal einer die Gangschaltung wieder einstellen... Los gings knapp 10km laut Gipsy zu einer großen schönen, wenn auch etwas touristischen Höhle. Erst gings zu Fuß durch, dann noch ein Stück im Boot. Danach fuhren wir zurück zu einer etwas kleineren Höhle mit Restaurant, wo wir irgendeine sehr süße Saftpampe tranken. Als wir dann weiterfahren wollten, hatten wir den Salat. Die 2016 ging nicht mehr. Wir kämpften und fluchten, aber ohne Erfolg. Nach einiger Zeit baten wir die dort arbeitenden Kubaner um Hilfe, die dann ebenfalls kämpften und fluchten, aber auch nicht besser waren als wir. Zum Glück hatten wir die Karte unsrer Casa mit, ein Kubaner rief dort an, bekam die Nummer vom Chico, der sich sofort selbst aufs Rad schwang und uns zu Hilfe eilte. Mit 2016 hatte er auch kein Glück, aber er schaffte es. Ganz offensichtlich waren wir durch die Steine gegangen und im Jahre 3115 herausgekommen, denn proximo año war auf einmal 3116.
Die Freude war groß und es ging endlich wieder weiter. Zurück durch den Ort. Unterwegs kamen wir an einem Springbrunnen vorbei, den wir für eine kleine Dusche nutzten. Ok, eigentlich war es nur ein großes Leck in einer Wasserleitung... Wir fuhren zu einem riesigen Wandgemälde, ca. 160m breit auf einer Felswand. Hm, naja für 3 Cuc wollten wir da nicht rein zumal man es auch von draußen gut sehen konnte... Doch der nette Aufpasser schleuste uns durch als sein Kollege gerade weg war. Danach gings mit Pause an der Dusche wieder in den Ort und weiter zum Hotel Jasmines, von wo man eine grandiose Aussicht über das Tal hat. Wir tranken auf einem Holzgerüst über dem Abgrund was Kühles bevor wir zu dem Hotel weiterfuhren. Denn dort gab es einen Pool, laut Lonely Planet konnte man den für sieben Cuc nutzen, und schon wieder war der Preis günstiger als im Reiseführer,  wir zahlten nur drei. Echt genial, man liegt am Pool auf der Terrasse und hat einen Wahnsinnsblick über den Ort und alles drum herum. Und auch hier waren die Getränke nicht teurer als im Ort, eine Dose Tu Cola gab es für einen Cuc!
Hier blieben wir schätzungsweise bis acht oder so, wir schauten heute kaum auf die Uhr, dann gings bergab zurück. Unser Restaurant von gestern war voll, wir gingen in ein anderes mit einem super putzigen Kellner, der Deutsch lernte und echt schon sehr gut war. Das Essen war auch recht gut. Während wir dort saßen, kam der Chico zufällig vorbei. Oder auch planvoll, wahrscheinlich suchte er schon seit Stunden nach seinen Rädern. Er nahm sie gleich mit und wir liefen zurück zur Casa.  Kurz vor zehn waren wir zurück und wurden von unser Casamama schon sehnsüchtig erwartet. Immerhin musste sie doch noch wissen, wann sie uns morgen unser Frühstück kredenzen sollte und ob sie uns für Samstag unsre Weiterreise organisieren soll. Als das geklärt war ging sie ins Bett und ich in die Dusche.  Jetzt sitz ich grad noch auf der Dachterrasse, die Blogs schreiben sich nun mal nicht von selbst. Jetzt werde ich aber mal wieder runter gehen und kucken, was meine beiden Chicas so treiben.  Gute Nacht,  hoffentlich ohne Hugos große Brüder!

Klettern in Viñales 07.08.

Fürden letzten Tag in Viñales stand klettern auf dem Programm. Wir standen wie gewohnt auf. Heute traf Forni Hugo auf dem Klo, vielleicht war es auch seine Frau Hugoline, zumindest war die Beschreibung deutlich kleiner. Forni reagierte sehr routiniert,  fragte sie mich nur nach Unterstützung. Bis an die Zähne mit Kakerlakenvernichtungswaffen bewaffnet (in jeder Hand ein Turnschuh) stürmten wir das Bad, doch leider waren wir zu spät und standen allein mit zwei Spinnen da. Leicht frustriert über unsere erneute Niederlage gings zum Frühstück,  wie üblich.
Danach schlug Fabian bei uns auf, einer von drei österreichischen Chicos, die ich gestern auf dem Dach getroffen hatte. Wir tauschten ihn gegen Mörre aus, die mit den beiden anderen Jungs zum Strand fuhr. Wir liefen in den Ort zur Casa de Oscar, laut Lonely Planet ein beliebter Klettertreff, wo schon drei Neuseeländer und unser Guide warteten.
Es ging quer durch den Ort zu einer kleinen Hütte, in der wir unsere Ausrüstung zusammen sammelten. Es gab zig Kletterschuhe,  die Herausforderung bestand darin zu einem passenden den 2. zu finden. Als alle das geschafft hatten, gings weiter, die Gegend war uns schon vom ersten Tag her bekannt. Dann gings zum Felsen und in ihn hinein. Unsere Location befand sich in einer Felsspalte. Schon hinein mussten wir klettern, ich war froh, mich im Gegensatz zu den anderen für Joggingschuhe statt Flipflops entschieden zu haben. Die Lage war genial, komplett im Schatten, was bei über 30 Grad sehr viel wert ist. Die Guides hängten uns die Seile ein, so dass wir alle toprope bzw im Nachstieg klettern konnten, worüber ich echt sehr dankbar war, denn die Routen waren nicht ohne, im Gegenteil. Man musste sich schon ziemlich durchbeißen und oft länger nach einer kleinen Rille für die Finger suchen. Dementsprechend fühlen sie sich auch an. So machten wir also über einige Stunden uns und sämtliche kubanische Mücken glücklich, bevor es wieder zurück ging. Nachdem die Ausrüstung aufgeräumt war, ging es noch auf einen Mojito bzw Coco Loco in die kleine Bar vom ersten Tag. Danach liefen wir zurück zur Casa. Dort angekommen gab es einen kurzen Regenschauer, den wir für eine kleine Dusche nutzten. Wasserdruck ähnlich wie in der Dusche. Danach säuberten wir uns gar in der echten Dusche und chillten auf der Terrasse im Schaukelstuhl bis Mörre vom Strand zurück kam. Dann chillten wir noch etwas weiter und versuchten etwas System in unsere noch vorhandene Urlaubsplanung zu bringen. Immerhin haben wir im Gegensatz zu dem österreichischen Backpacker schon mal einen Reiseführer.  Leider stellte sich aber für den Mathematiker unter uns heraus, dass unsre Ziele doch etwas divergent sind und sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen wollen. Na gut, also einfach mal abwarten.
Wir gingen Abendessen und das ganze noch günstiger als je zuvor. So zahlten wir für alles 14 Cuc und das noch dazu in Moneda Nacional, von der wir schon befürchtet hatten, sie gar nicht los zu bekommen.
Danach gingen wir noch Geld holen  und wunderten uns, ob die arme Omi in ihrem Rollstuhl mit geschätzt knapp 100 Jahren auf einer Veranda da wohl noch immer steht (wir sahen sie schon zweimal in exakt derselben Position) oder ob sich jemand erbarmt und sie abends reinholt. Dann gabs noch einen Mojito  oder ähnliches bevor wir zurück zur Casa liefen.
Wir packten unsere Sachen zusammen, denn morgen geht es früh weiter nach Cienfuegos. Jetzt sitzen wir ein letztes Mal auf dem Rooftop und trinken unsere Colareste in Form von Cuba Libre.

Wanderung in Viñales 05.08.

Heute morgen klingelte um halb acht der Wecker, um acht gabs Frühstück: Frisches Obst, Eier in der Form unsrer Wahl, Brot mit Butter und Kaffee. Danach machten wir uns startklar und wurden um neun Uhr kubanischer Zeitrechnung von unsem Guide zu einer kleinen Wanderung abgeholt. Mit uns kamen noch vier Spanier. Es ging über mehr oder weniger gute Wege, die Gipsy alle kannte, vorbei an allem möglichen Grünzeug von der gemeinen Kartoffel über Maniok und Ananas bis hin zu den Kaffeesträuchern. Zeitweise war echt die Hölle los und wir kamen uns vor wie Mitglieder der Spezies Touristus Massicus. V.a. unglaublich viele Touris waren zu Pferd unterwegs, meine Nase freute sich... Ich war echt mal wieder froh über meine Jesuslatschen, ermöglichten sie mir zwar nicht, übers Wasser zu gehen, aber wenigsten konnte ich ohne nerviges Schuhe Ausziehen einfach durch latschen.
Das erste Etappenziel war ein großes Haus, in dem Tabak getrocknet wurde. Dort bekamen wir genaueste Erklärungen, wie Tabak angebaut und verarbeitet wird. Gut, alles haben wir nicht kapiert, der Typ dort sprach ein recht schnelles und kubanisches Spanisch... Was aber irgendwie im Gedächtnis blieb, war die Tatsache, dass die ganzen berühmten Zigarrenarten aus ein und derselben Tabakpflanze gemacht werden. An der wachsen sie nämlich einfach in unterschiedlicher Höhe!
Während zwei Zigarren zwischen uns kreisten, zeigte er uns noch, wie die Zigarren aus den einzelnen Blättern gerollt werden. Die äußerste Schicht wird mit einer Honigmischung angeklebt! Am Ende durften wir natürlich kaufen, was wir auch taten. Denn die Zigarren hier waren deutlich billiger als die in Havana. Hoffen wir mal, dass sie trotzdem munden...
Nach der Zigarrenschulung liefen wir weiter zu einem Naturpool in einer Höhle. Ein geschäftstüchtiger Kubaner kassierte am Eingang zwei Cuc und führte uns dann mit vielen Lampen nach innen. War ganz cool, wenn auch eigentlich ein ziemlich dreckiges Loch. Aber ne echte Erfrischung und verglichen mit vorher fühlten wir uns deutlich sauberer.
Es ging den ganzen Weg mehr oder weniger wieder zurück. Kurz vorm Ort hielten wir noch an einer süßen kleinen Bar, in der wir Mojito und Coco Loco tranken. Lecker! Nur eine offensichtlich auf Kokosnuss abgerichtete Bisamratte oder was auch immer, versuchte uns diese streitig zu machen. Irgendwie war das Vieh aber ganz süß...
Nach einer ordentlichen Stärkung liefen wir dann zurück zur Casa, wo wir gegen halb sechs eintrafen. Wir duschten schnell und zogen ziemlich ausgehungert los in den Ort. Ziel war ein nettes und sehr günstiges Restaurant,  das mit vegetarischer Küche warb. Wir entschieden uns sehr klasisch für Spaghetti Napoli und Salat. War echt nicht schlecht, schade nur dass es hier halt auch nie Salatdressing gibt. Die Nudeln waren auch ganz gut und so ließen wir am Ende inkl. Getränken gerade mal 18 Cuc. Kann man nicht meckern. Nach einem kurzen Abstecher beim Geldautomat, toi toi toi , bisher läufts mit Dkb, ging es noch auf zwei Mojitos in eine Kneipe am Dorfplatz. Danach latschten wir nach Hause zurück, wo ich mir eine zweite Dusche gönnte. Jetzt gammeln wir noch etwas vor unsrem Zimmer auf der Terrasse in unsren Schaukelstühlen, bevor wir dann wieder völlig entkräftet in unsre Betten kippen...

Auf nach Viñales 04.08.

Heute morgen standen wir um 8 auf, packten und frühstückten gemütlich. Wir zahlten, reservierten bei Ana für unsere Rückkehr und wurden sehr pünktlich um kurz nach 10 von unsrem Taxista abgeholt. Er parkte um die Ecke, vermutlich ergreifen sonst regelmäßig die Touris die Flucht, wenn sie das Auto sehen. Freundlich formuliert: älteres Modell ohne unnötigen Schnickschnack (Gurte...). Wir drehten die Klimaanlage bis zum Anschlag auf (also wir öffnenten alle Fenster) und los gings. Erst durch die Stadt und dann auf die Autobahn,  was die Frage aufwarf, ob es auf Cuba erlaubt ist, dass ein Radfahrer auf der Autobahn eine Pferdekutsche überholen darf... Bei einer sehr geringen, wenn auch extrem vielseitigen Verkehrsdichte kamen wir zügig voran, lediglich unter den Brücken musste man etwas aufpassen,  um keine Anhalter zu überfahren... Trotz Kaffeepause brauchten wir nicht mal drei Stunden,  zum Vergleich, im klimatisierten Bus von Viazul wäre es nur halb so lustig gewesen,  dafür wären wir erst um 2 losgekommen und fast 4h gefahren. 
Unser Taxista setzte uns vor der von Ana empfohlenen Casa ab. Sehr süß, nette Besitzer und mit 25 Cuc für drei Personen auch recht günstig (in Havana waren es 35). Dazu echt toll mit Terrasse samt Schaukelstühlen vorm Zimmer, Garten mit Bananen und Avocados sowie einer Dachterrasse. Der Chef, El Rubio, zu deutsch der Blonde, schleppte uns gleich nach oben, um uns alles Wichtige im Umkreis von etwa 10km zu zeigen. Das überforderte uns derart, dass wir gleich mal die nächsten Stunden auf den Terrassen blieben... Ok, ehrlich gesagt war hauptsächlich die dicke schwarze Wolke schuld, die aber bis jetzt immer noch nicht viel Wasser verloren hat. Am späteren Nachmittag gingen wir dann aber doch noch mal in den Ort, kauften etwas Obst, ich suchte meinen ersten Cache, er war in einer Casa, die Hausherrin servierte ihn mir, wir fanden auch hier die Plaza del Internet und endeten schließlich in einem halb vegetarischen Restaurant auf einen ganz vegetarischen Mojito. Nach einer Runde Chillen, die wir uns bei dem anstrengenden Tagesprogramm echt verdient hatten, ging es zurück zur Casa. Duschen und Lesen, danach gabs hier ein leckeres Abendessen mit Salat, Fisch, Morros y Cristianos (Reis mit schwarzen Bohnen ) und Obstsalat.
Nach einem derart anstrengenden und durchgeplantem Tag beschlossen wir, diesen mit ein paar Bier und einer Spielrunde schwarz rot gelb (negro rojo amarillo) auf der Dachterrasse ausklingen zu lassen. Glotzkowski, meine Kamera zeigte uns, wie der Sonnenuntergang ausschauen könnte, der in echt war nicht so toll, danach gabs es noch einige geile Blitze und eine Sternschnuppe. Ach ja, meine Mitstreiter haben auch noch ganz brav spanisch gelernt, die Wochentage sitzen so langsam, hoffen wir nur, dass es nie donnerstags Eier gibt... Inzwischen hat es auch ganz schön abgekühlt, nur unser Zimmer ist noch heiß,  so dass wir tatsächlich die AC anwerfen mussten. Jetzt ist es halb elf und es scheint, als ob wir alles demnächst ins Bett kippen würden...

La Habana 03.08.

Heute morgen standen wir gegen halb 9 auf. Ich hatte schon deutlich besser geschlafen als die  erste Nacht. Wir zogen uns an und gingen in die Küche zum Frühstücken. Es gab Obstsalat, Rühreiomelette, frischen Saft und Brötchen oder sowas ähnliches. Dazu Kaffee und Milchpulvermilch.
Nach dem Frühstück packten wir unsre Sachen, legten ne ordentliche Schicht Sonnencreme auf (v.a. meine zwei rotweißen Streifenhörnchen, die waren nämlich tags zuvor am Playa del Este...) und zogen los. Zunächst etwas unkoordiniert durch die Stadt auf der Suche nach Wasser, Briefmarken und einer Wechselstube für Pesos Nacionales, die Währung in der man auf den Märkten und ähnlichem sehr günstig einkaufen kann.
Nachdem das erledigt war, ging es zum Capitol, wo wir zum Highlight des heutigen Tages kamen. Einer Stadtrundfahrt in einem geilen Oldtimercabrio. Sehr gechillt. Es ging an diversen Sehenswürdigkeiten vorbei mit Zwischenstopp,  um die Weiterfahrt nach Viñales zu organisieren und in einem Park auf einen Mojito especial. Dort bekommt man ihn alkoholfrei, dazu wird die Flasche Habana Club auf den Tisch gestellt und jeder mixt selber. Danach ging es noch den berühmten Malecon, also die Küste entlang bis zum Fort. Dort endete unsere Rundfahrt und wir gingen zur Besichtigung über. Inzwischen war der Himmel dunkel und es begann zu blitzen und zu donnern. Daher war der Plan, dort rumzuschlendern bis es anfangen würde zu regnen. Aber wir hatten Glück, das Gewitter zog an der Stadt vorbei.  Mit dem Taxi ging es zurück in die Stadt, wo wir noch etwas rum latschten und schließlich noch einen Kaffee tranken.
Auf dem Rückweg kamen wir noch am "Plaza del Internet" vorbei. Dort sitzen gefühlte 100 Habaneros bis an die Zähne bewaffnet mit Smartphones, Tablets und Laptops und surfen was das Zeug hält... Bei uns gings aber nicht, wie wir später herausfanden, muss man da wohl eine Internetkarte für eine Stunde kaufen oder so. Trotzdem irgendwie genial.
So gings zurück zur Casa und unter die Dusche. Schon eine klasse Erfindung der Menschheit! Sauber und schick gekleidet ging es gegen sieben dann zum Abendessen. Wir wollten ins Los Nardos, ein nicht mehr geheimer Geheimtipp und eines der besten Restaurants, direkt neben dem Capitol. Hier war ich vor fünf Jahren schon.  Wir waren sehr bald dort, was uns das dort sonst übliche anstehen auf der Straße ersparte. Das Nardos hat echt ein tolles Ambiente,  sehr dunkel mit Kerzen, schicken Kellnern im Anzug und Kerzen auf dem Tisch. Klingt teuer? Gar nicht mal so schlimm, für eine riesige Paella, einen großen plattgefahrenen Fisch und nen Berg Scampi, dazu viel frischen verdammt süffigen Sangria zahlten  wir 50 CUC. Die Reste nahmen wir mit und verfütterten sie an einen hungrigen Fahrradtaxifahrer. Nach dem Essen liefen wir noch mal an den Malecon, wo wir noch kurz saßen und aufs Meer schauten. Unsre vollen Bäuche machten uns aber ziemlich schnell müde, so dass wir zu unsrer Casa zurückwackelten.

Cuba, ich komme! 02.08.

Dank Jetlag hab ich die erste Nacht auf Jamaica nicht so gut geschlafen, aber egal. Am nächsten morgen bin ich gegen 9 gestartet, das ganze Hostel hat noch geschlafen, da am Abend zuvor alle feiern waren. Ich stellte mich darauf ein, etwa 1km bis zur Hauptstraße zu laufen, aber ich war noch keine 100m weit gekommen, als gleich das erste Auto neben mir hielt und ein netter mexikanischer Delfintrainer mich einsammelte und bis vor den Flughafen brachte. Und das völlig kostenlos! So hatte ich unglaublich viel Zeit, checkte ein und ging gemütlich frühstücken. Cafe Latte und eine Zimtschnecke von Cinnabons, einer Kette, die wir auch schon in Panama gesehen hatten. So gings dann ganz entspannt nach Panama City. Umsteigen in nur 50 Minuten, dort gar kein Problem, denn wir kamen direkt im Abflugbereich an. Dann endlich kam Flug 4 von 4 mit Ziel Habana, wurde auch Zeit. Die Immigration dauerte ihre Zeit, man arbeitet hier eben in kubanisch kommunistischem Tempo... Irgendwann war ich dann doch durch und es ging durch den Security Check. Prüfung bestanden und auch Gipsy (mein GPS,  das eigentlich Einreiseverbot hat) wurde vom Scanner nicht bemerkt, juhu!
Also schnell weiter, der Rucksack kam auch bald. Ich suchte einen ATM, allerdings hatte der einzige no money. Wechseln war dank unendlicher Schlangen auch nicht so der Hit. Zum Glück haben meine aber ja mal ordentlich CUC außer  Landes geschmuggelt, so dass ich mir mein Taxi in die Stadt leisten konnte, danke an dieser Stelle. Dort angekommen kam der Schlüssel per Schnur aus dem 2. Stock herunter. Ich wurde von unserer Casamama freundlich empfangen und sprang erstmal unter die Dusche. Und schon kamen auch die beiden Mädels samt Cola und Rum durch die Tür.
So tranken wir noch ein paar Cuba Libre und fielen schließlich gegen 12 in unsere Betten.