Montag, 24. August 2015

Santiago - östlichster Punkt 20.08.

Heute morgen gabs wie gewohnt Frühstück,  um kurz nach neun holte uns unsr Stammfahrer Raul ab, es ging zu unsrem letzten Ziel in Cuba, Santiago. Das liegts soweit östlich, dass es deutlich näher an Haiti oder Jamaica liegt als an Havanna. Das zeigte sich auch an den vielen Rastamen gerade eben in der Kneipe.  Um halb 12 waren wir in unsrer Casa, ich muss schon sagen, so zentral wohnten wir noch nie. Die wichtigste Plaza ist keine 100m von uns entfernt. Da unser Zimmer unerwartet eine Nacht länger belegt ist, dürfen wir heute das Zimmer der Casamama bewohnen. Wo auch immer die dann wieder schläft...
Wir machten uns starklar, befreiten Forni aus dem Bad, die Tür wehrte sich etwas bzw hat ihre ganz eigene Technik, und starteten in Richtung Stadt.
Auf dem Plan stand die übliche Walking Tour aus dem Lonely Planet. Los gings am Hafen und dann quer durch die Altstadt. Das Thermometer am Parque Cespedes zeigte stolze 41 Grad. Leider waren zwei unsrer kühlenden Highlights, die Kathedrale und das Museum von Barcadí wieder mal wegen Renovierung geschlossen. Der erste Abstecher führte uns so auf eine Cola auf eine süße kleine Dachterrasse. Später gings ins kleine Rummuseum inklusive einer Verkostung, ins Carnevalmuseum und in eine Art Revolutionsmuseum. Die Eintrittspreise sind hier echt fair, 1-2 Cuc, dafür wollen sie 5 oder 10 Cuc fürs Fotografieren. Haben wir mal schön bleiben gelassen.
Gemütlich gings hier immer weiter, die Schlepper versuchten wir so gut es geht zu ignorieren,  auch wenn sie hier echt aufdringlich sind. Am frühen Abend liefen wir zurück zur Casa, duschten und machten eine kurze Siesta. Dann gingen wir zum Abendessen.  Wir wählten ein kleines Restaurant auf einer Dachterrasse mit Sonnenuntergang und Blick auf die Bucht. Das Essen war sehr lecker, Fisch mit Reis, Kochbananenchips und Salat. Danach schlenderten wir noch etwas durchs Zentrum und landeten in einer kleinen Bar mit Livemusik. Der Mojito war sehr süffig und auch günstig, so dass es nicht bei einem blieb.
Jetzt sind wir wieder zu Hause, sitzen auf dem Balkon im ersten Stock und genießen die frischen Abgase hier. Forni hat gerade aus ihrem Reisetagebuch der letzten beiden Jahre vorgelesen. Jetzt heißt es für euch Daumendrücken, die letzten Jahre hat am 21.8. immer jemamd die Kotzerei oder ähnliches gehabt...

Strandtag 19.08.

Heute war ein fauler Tag geplant. Wir frühstückten sensationell günstig und wurden um neun von unsrem Fahrer von gestern geholt. Er brachte uns zum Strand und das deutlich günstiger als dir ortsansässigen Fahrer. Wir buchten ihn auch gleich für unsere Weiterfahrt morgen nach Santiago, denn er bestätigte leider unsere wahnwitzige Vermutung über die Buchung bei Viazul. Geht nicht! Nur dort, wo ein Bus losfährt, bei allen Zwischenstopps kann man eine Stunde vorher ein Ticket kaufen, wenn noch was frei ist. Dann wissen sie nämlich,  wie viele Plätze noch frei sind... Sehr gut im Nachhinein,  dass wir Mörre zum Flughafen so gut verschachert haben! Heißt für uns wiederum, dass wir in Santiago einen Tag im Voraus buchen können. Hoffentlich...
Wir fuhren also zunächst einmal zum 50km entfernten Strand Guardalavaca an der Nordküste. Ergibt übersetzt den malerischen Namen Bewach die Kuh!
Das tun hier mittlerweile schon einige Resorts, Zahl steigend. Heute waren wir aber eher eine seltene Spezies Touris, die meisten waren Einheimische. Es war schon recht voll, viele scheinen Urlaub zu haben oder eh nie zu arbeiten. Der Strand selbst ist echt schön, weißer Sand, türkisblaues Wasser... So taten wir, was wir tun mussten: Nix! Sonne genießen,  plantschen, schwitzen. Die Cubaner waren da deutlich engagierter: Rum trinken ab 10 Uhr, Mittagessen im großen Stil (Malereimer voll mit gekochten Sachen von Hühnersuppe über Reis und Fleisch gabs alles. Ok, Salat natürlich nicht!)
Um 4 wurden wir wieder abgeholt, 6h Strand reichten. Unser Fahrer setzte uns in der Stadt am Lome de la Cruz ab. Das ist ein Hügel am Stadtrand, etwa 450 Stufen führten uns zum Gipfel, von wo aus wir einen guten Blick über die Stadt hatten. Von dort liefen wir etwa 20 Minuten durch die Stadt zurück zur Casa. Wir duschten und gingen zum Abendessen. Unsre Casamama hatte uns etwas in der Nähe empfohlen,  das schien echt gut zu sein, viele Einheimische standen davor und warteten. Dazu hatten wir aber keine Lust. Die Restaurantdichte im Zentrum war auch sehr gering, so landeten wir in einer kleinen Pesopizzeria. Wir bestellten Pizza, war ganz ok, und Ensalada Fria, zu deutsch kalten Salat. Merke: Wenn du nicht weißt,  was du bestellst, frag nach! Kalter Salat hat nix mit Salat zu tun! Es waren Minispaghettistücke mit Schinken in Mayo und einiges weiteres undefinierbares. Ok, den Verlsut von knapp einem Cuc für beide können wir verschmerzen ;-)  Für insgesamt 5,40 Cuc, also gerade mal 5 Euro waren wir ganz gut gesättigt.
Wir hatten nicht viel Lust noch was zu machen, viel gibt die Stadt eh nicht her, so kauften wir noch ein paar Mischgetränke für den Rum und liefen in die Casa. Jetzt sitzen wir hinter der Casa auf der Veranda, haben den Rum leer gemacht und genießen das faule Leben. Ok, ich bin faul, Forni lernt gerade brav Spanisch. Inzwischen könnte ich sie hier gefahrlos aussetzen, sie würde vermutlich überleben :-)

Gestrandet am Busbahnhof 18.08.

Heute frühstückten wir im Innenhof vor unsrem Zimmer. Es gab mal wieder warme Sandwiches mit Käse (und Schinken), lecker, wir nahmen die Hälfte mit. Ein Anruf aus Santa Clara kam, unsre letzte Hausherrin war dran. Wir hätten eine Coca Cola getrunken und nicht gezahlt. Hallo, gehts noch? Hab hier noch nie Coca Cola getrunken. Keine Ahnung was sie erwartete, sollten wir 5h zu ihr zurück fahren um 2 Cuc zu zahlen? Wahrscheinlich hat sie es selber getrunken. Unsren hiesigen Casabesitzern war das echt unangenehm, konnten das auch überhaupt nicht verstehen.
Danach räumten wir unser Zimmer und zogen nochmal durch die echt überschaubare Stadt. Laut Lonely Planet ist Camagüey ein eher gefährliches Pflaster, den Eindruck hatten wir aber nicht. Wir gingen in eine kleine Galerie eines lokalen Künstlers. Das einzige Museum, das wir sehen wollten, hatte wegen Renovierung geschlossen. Wir liefen an einem Laden vorbei, den wir gestern schon gesehen hatten und den wir für einen Laden hielten, in dem man rationierte Lebensmittel auf Marken bekommt. Und tatsächlich, heute stand eine deutsche Reisegruppe drin, der Guide erklärte, wie das alles funktioniert, wir stellten uns einfach mal dazu. Schon krass, einmal jährlich gibt es ein Heft mit den Marken für jeden Monat. Rum und Bier sind nicht rationiert, Eier dagegen schon. Man bekommt 7 pro Person und Monat! Würde meine ja gerne abtreten, ich kann keine mehr sehen...
Weiter gings zu einer weiteren Kirche, bei der wir auf den Turm durften. Ganz allein! Der Blick war nicht schlecht, aber viel gibt es hier echt nicht. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt - heute war die Hölle los, scheinbar gab es Geld, denn vor den ATMs waren Menschentrauben - und einem Jugo de Mango gings zurück in die Casa. Wir zogen uns um und der lustige Taxifahrer von gestern brachte uns wieder zum Busbahnhof. Und hier nahm das Elend seinen Lauf. Wir ließen uns gleich mal abfangen, Taxi Collectivo für 20, statt Bus für 11 Cuc. Fair, dachten wir, spart das Taxi in Holguín. Der einzige Haken waren die zwei noch nötigen Mitfahrer, denn es kam einfach keiner. Dummerweise war eine halbe Stunde später der Viazul Bus voll, wobei das vorher vermutlich auch schon so war. Wie gesagt, wir wollten gestern schon buchen oder reservieren, aber das ging ja nicht. Unsre Vermutung: Mit viel Glück kann man reservieren. Ansonsten rufen die an, wenn der Bus in A startet und sagen, wie viele Plätze in B frei sind. In B kann man dann nach Abfahrt in A buchen. Oder eben auch nicht. Wir saßen also weiter. Irgendwann nach gut zwei Stunden meinte unser Vermittler dann, sie hätten zwei andere, die in etwa zum gleichen Ort wollten. Die würden jetzt geholt, dann kämen sie uns holen. Hm, eine Stunde später standen wir immer noch,  aber der Typ war dafür weg. Ein anderer wollte uns dann für 80 fahren, also wir sollten das ganze Taxi zahlen. Wir waren kurz davor... Dann plötzlich sollte es nur noch 60 kosten, jetzt hatte er uns soweit. Wie sich herausstellte, kassierte er 20 Provision, der super nette Fahrer nur 40 für seine 3h Fahrt! Er dachte auch wir zahlen 50, 10 Provision wären wohl üblich. Banditos, schimpfte er, schien als wäre es ihm direkt peinlich, wie die hier die Touris ausnehmen. Wir waren v.a. froh, doch noch weg zu kommen, nach 3,5h am Busbahnhof...
Nach einer recht angenehmen Fahrt im Oldtimer kamen wir gegen halb sieben in unsrer Casa in Holguín an. Die Casamama erwartete uns schon besorgt, Jorge aus Camagüey hatte wohl schon angerufen um zu fragen, ob wir gut angekommen sind. Die Casa ist ganz süß, nicht so nobel wie die letzte, aber genau richtig für uns und preislich ok. Wir warfen die stinkenden Joggingschuhe von uns und gingen in die Stadt. Nach nur einer Stunde Sightseeingprogramm hatten wir die Highlights, bestehend aus drei Plätzen und vier Kirchen abgearbeitet und gingen zu einer LP Empfehlung  essen. Heute mal chinesisch. Sehr stilvolle Dachterrasse mit Bambus und Laternen und sehr leckeres Essen. Für kubanische Verhältnisse fast zu gesund, viel Gemüse und Reis. Danach gings noch auf einen Absackermojito in eine Dachterrassenbar an der Plaza del Internet. Doch es zog uns irgendwie heim, die Dusche rief. Und somit kuckte wieder mal eine Casamama völlig entsetzt,  was wir schon um 10 bei ihr wollen, kann doch nicht sein, dass wir nicht tanzen gehen!

Weiter gehts nach Camagüey 17.08.

Heute morgen standen wir wie gewohnt auf und starteten mit unsren Rucksäcken ohne Frühstück. Wir waren jeden Tag mehrfach an einem Sandwichladen vorbeigekommen, der auch immer offen war. Naja heute war natürlich geschlossen... Nach etwas Suchen fanden wir dann doch ein paar Sandwichs mit einer Extraportion Schmelzkäse. Mörre kaufte noch Rum für Zuhause, wir machten Kassensturz in der Gemeinschaftskasse, dann fuhren wir mit einem Tuktuk zum Bahnhof.
Forni und ich konnten problemlos unsre Tickets kaufen, handgeschriebene kleine Zettelchen, Mörre sollte um 11 wieder kommen. Warum auch immer. Wir gingen zur gegenüber liegenden Straßenseite und setzten uns vor dem El Rapido in den Schatten. Forni holte Kaffee, der gar nicht schnell war. Während wir warteten kam mal wieder einer der unzähligen Taxifüller und fragte Havanna, Cienfuegos, Varadero? Nur zum Spaß erkundigte ich mich nach dem Preis für ein Colectivo nach Havanna. 20 Cuc, nur zwei mehr als der Bus, für 25 kommt Mörre sogar direkt zum Airport, Abfahrt sobald das Auto voll ist. Sie überlegte nicht lange, ein Taxi von Havanna zum Flughafen kostet Minimum nochmal 20. Und so schaffte sie es durch Cuba ohne ein einziges Mal mit dem Viazul Bus zu fahren! Noch dazu startete sie zeitgleich mit uns. Wir verabschiedeten uns und liefen zum Bus. Rucksackabgeben kostete warum auch immer nochmal einen Cuc. Was tun sie hier nicht alles zur Verbesserung der Arbeitslosenquote...
Mit 20 Minuten Verspätung ging es um 10.40 Uhr los in der rollenden Gefriertruhe. Endlich sahen meine langen Hosenbeine und meine Softshelljacke auch mal was von Cuba, wenn auch nur einen Bus von innen. Das Klo war kaputt, der Fernseher wohl auch oder warum sonst lief er nicht? Vielleicht brauchte aber auch einfach die AC zuviel Strom. Zwischendurch wurde an einem Restaurant gehalten, über eine Stunde! Die können sich hier echt ausmehren. Aber immerhin tauten meine Ohren da wieder auf. Um halb 5 kamen wir in Camagüey an, unser Fahrer wartete schon. Wir erfragten noch bei Viazul die Abfahrtszeit für morgen, buchen ging natürlich wieder noch nicht. Dafür müssen wir morgen wieder eine Stunde früher da sein, vielleicht läuft uns da ja wieder ein privater Fahrer über den Weg.
Kurz danach waren wir in der Casa, wieder sehr schön mit gemütlichem Innenhof. Das Netzwerk aus Empfehlungen funktioniert hier echt saugut. So hat uns der Hausherr hier auch schon wieder an einen Kumpel und seine Tante in den beiden nächsten Städten verschachert. Wir sprangen in ein luftigeres Outfit und zogen los in die Stadt. Macht echt einen sehr schönen Eindruck, viele schöne alte Häuser, Kirchen, viele nett aussehende Bars und Restaurants.
Wir machten auch gleich zwei Zwischenstopps, erst in einer sehr hässlichen aber ganz guten Eisdiele, dann in einer süßen kleinen Bar, in der jeder mal seinen Namen an die Wand schreiben muss. Wir tranken einen sehr leckeren Mojito und bekamen schnell Gesellschaft von den zwei Typen am Nebentisch. Ein portugiesischer Kanadier und sein kubanischer Kumpel, irgendwie waren sie ganz witzig.
Danach gings weiter über Plätze, an Kirchen vorbei bis ans andere Ende der  historischen Altstadt. Bevor wir zu einer Lonely Planet Restaurantempfehlung liefen, lieferten wir uns noch ein kleines Rennen mit einem Bicitaxi, in Walkingtempo konnten wir gut mithalten. Das Restaurant war echt schön, italienische Küche, es gab Parmesan, Emmentaler und Gouda, zumindest auf der Karte. Tomaten waren aber leider aus oder nicht lieferbar. Wir hatten Salat und riesige gute Pizzen, von denen wir nur die Hälfte schafften. Dafür super günstig. Die Reste nahmen wir mit, um sie noch an den Mann/Hund zu bringen. Das war hier richtig schwierig, die ersten Taxifahrer wollten nix, der erste Hund schnüffelte nicht mal dran. Doch schließlich entdeckten wir doch noch einen Obdachlosen im Park, der sich sehr freute. Wir nahmen noch einen Mojitoabsacker und gingen nach Hause und endlich duschen. Jetzt sitzen wir noch ganz entspannt in den Schaukelstühlen im Hinterhof vor unsrem Zimmer.

Santa Clara 16.08

Mehr oder weniger erholt gab es um 8 Uhr Frühstück. Viel Obst und zweierlei Säfte, sonst aber kein Vergleich zu unserem Otto. Mit uns am Tisch saßen zwei Italienerinnen, die eine Bustour machten und dabei wohl immer in Casas statt Hotels untergebracht werden. Lustigerweise musste ich für die dann dolmetschen, da sie sich warum auch immer nicht mit der Hausherrin verständigen konnten, obwohl die beiden Sprachen so ähnlich sind.
Nach dem Frühstück liefen wir los Richtung Viazul. Da das etwas außerhalb liegt, wollten wir endlich mal Kutsche fahren, aber wenn man die blöden Viecher einmal braucht, ist natürlich weit und breit kein Pferd zu sehen. Also liefen wir die 2 km eben zu Fuß. Dort angekommen durften wir unsre Namen auf Listen für  Busse morgen setzen, Tickets kaufen ging nicht, das Computersystem (???) war ausgefallen.
Zu Fuß gings dann weiter zum Che Monument. Erinnerte mich ein bisschen an das von Ho Chi Minh in Hanoi. Ein riesiges Gelände, viel Beton, überall bewaffnete Polizisten, die jeden Schritt überwachen. Wir mussten Taschen und Kamera abgeben bevor wir rein durften. Das Ganze aber kostenlos! Dann ging es hinein zu Ches Grab und denen einiger anderer. Che wurde Ende der Sechziger in Bolivien hingerichtet als dort die kommunistische Revolution scheiterte oder so. Erst dreißig Jahre später wurden seine Überreste in einem Massengrab dort gefunden und nach Cuba überführt.
Danach gings noch durch das kleine Che Museum. Draußen machten wir dann noch ein paar Fotos vor dem Denkmal bevor wir wieder Richtung Stadt liefen. Unterwegs kamen wir an einer Mauer mit vielen Bildern vorbei, die uns alle etwas Tiefgründiges sagen wollten, die wir aber nicht immer verstanden.
Eigentlich wollten wir danach in die Tabakfabrik, die interessanter sein soll als Partagas in Havana. Dummerweise hat die sonntags natürlich zu. So gabs erstmal eine Cola und ne Runde Lonely Planet bzw Kindle vor einer "äußerst geschmackvollen" Bar. Dafür aber für nur 50ct. Mörre entdeckte dann die Lösung für den restlichen Nachmittag: Ein Hotelpool! Wir kuckten also noch schnell über den Hauptplatz und bewunderten die verschiedenen alten Gebäude dort und das im Plattenbaustil errichtete Hotel Santa Clara Libre mit original Einschusslöchern! Auf dem Platz selber herrschte reges Treiben, die halbe Stadt war im Internet  während ihre Kinder in Ziegenwägelchen um den Platz gezogen wurden. Kein Witz!
Wir holten unse Badesachen und gingen ins Hotel America. Wir hatten zwei Möglichkeiten: 10 Cuc Eintritt mit 8 Freiverzehr inkl. oder 2 Cuc Eintritt ohne Freiverzehr. Äääh ja, such den Fehler... Wir zahlten also 2 Cuc und verfraßen und versoffen dann insgesamt 16 Cuc mit Mojito, Pommes und Salat...
Der Pool selbst war ganz ok, nicht groß,  aber für ein paar Stunden echt ok. Um uns rum waren fast nur Cubaner, es gab das komplette Animationsprogramm mit Musik, Gesang und Filmquiz. War ein lustiges Peoplewatching.
Gegen sechs gingen wir heim duschen und dann essen. Da wir kein Risiko eingehen wollten, wählten wir eine Empfehlung aus dem Reiseführer und wurden nicht enttäuscht. Wir aßen super leckere Nudeln mit Meeresfrüchten bzw Bolognese. Die kosteten wengier als die ekelhaften mit Tomatenwassersoße am Tag zuvor. Obwohl das Restaurant deutlich teurer wirkte. Hier darf man sich weder am Aussehen noch am Preis orientieren. Während wir noch da saßen, kam ein deutsches Pärchen herein, die wir in Trinidad auch schon ein paar Mal gesehen haben. Echt alles ein Dorf hier!
Danach gings zu unsrem Stammdealer Mojito holen, aber der war aus! Vermutlich hatte eine der Ziegen die Minze gefressen, denn Rum gab es reichlich. Wir beschlossen eine spontane Rumverkostung zu mache, nahmen drei verschiedene doppelte Habana Club für nicht mal zwei Cuc und zwei Cola zum anschließenden Mixen. Fazit: Je älter und teurer desto brrrr! Der günstigere brannte noch auf Zunge während sich das Brennen beim teuersten im ganzen Körper ausbreitete. Wir mischten alle zusammen und gossen das ganze mit Cola auf. Dazu gab es wieder Peoplewatching, unter anderem Zweijährige auf Highheels. Als alles leer war gingen wir zum hässlichen Hotel mit den Löchern, denn es hat eine Dachterrasse im 10. Stock mit Blick auf die Stadt. Auf das Schild vor der Tür mit Preisen und Öffnungszeiten durfte man natürlich wieder nicht achten, eh alles anders. Aber gar nicht teuer. Wir tranken unsren letzten guten gemeinsamen Mojito und genossen die Aussicht. Gut, beides gleichzeitig war nicht möglich, denn die Mauer war 20cm zu hoch um vom Stuhl aus zu kucken... Die nutzen hier ihr Potential einfach nicht aus!
Als der Mojito leer war gings zurück zur Casa und ins Bett.

Wanderung zum El Cubano 15.08.

Heute morgen standen wir auf, packten und frühstückten. Nachdem auch noch gezahlt wurde, latschten wir los, aus der Stadt hinaus und dann eine kleine schlechtere Straße entlang zu dem kleinen Nationalpark El Cubano. Nachdem wir unsren Eintritt gezahlt hatten, liefen wir einen echt schönen Weg am Fluss entlang bis zu einem Wasserfall.  Unterwegs trafen wir kaum einen Menschen, auch die Straße war kaum befahren. Am Wasserfall selbst waren aber schon recht viele Kubaner, bepackt mit Fressalien für Wochen und natürlich Rum. Wir sprangen in die Badesachen und danach in die Fluten. Wenn auch nacheinander,  war uns doch etwas zu riskant, alles unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Nach einer Runde Plantschen ging es den gleichen Weg zurück. Und jetzt kamen unsf sau viele Kubaner entgegen, ganze Großfamilien mit der entsprechenden Verpflegung. Wir sprangen unterwegs nochmal in einen anderen Naturpool,  danach ging es die Straße zurück. Auf der Strecke kamen uns allein schon 4 gut gefüllte Busse entgegen. Wir waren echt froh, schon auf dem Rückweg zu sein. In Trinidad angekommen tranken wir noch was in einem Restaurant und kauften uns eine Pesopizza, vier Stück für nicht mal einen Euro.
Dann ging es zur Casa, wo wir noch ein Foto mit Otto und seiner Frau Noemi machten. Otto ist echt ne Marke für sich! Ziemlich betagt, ca. 1,45m groß mit Buckel wie der Glöckner von Notredame. Kennt jeden und jeder kennt ihn.
Hm, um 4 sollte dann eigentlich unser Auto kommen, tat es aber nicht... Um halb 5 auch nicht. Ok, der Preis war wohl einfach zu gut, vermutlich hat der Typ sein Auto dann noch teurer an jemanden anderes vertickt. Wir sahen uns also schon noch eine Nacht länger in Trinidad und gingen zu Viazul,  um Bustickets zu kaufen. Die Pechsträhne hielt sich hartnäckig, der Schalter hatte eine Stunde früher als üblich geschlossen.  Es war aber noch jemand da, der uns sagte, beide Busse morgen nach Santa Clara sind lleno. Überlegt mal was das wohl heißt... Guter Rat war teuer, als mal wieder ein Chico zu Höchstformen auflief. Er verschacherte uns für 50 Cuc an seinen Kumpel und seinen Mercedes! Abfaht sofort! Also rein ins Auto, auf zu Otto, Rucksäcke holen und los gings. Um kurz nach 5 waren wir dann unterwegs und etwa 2,5h später gut in Santa Clara angekommen. Die Casa, die uns Otto empfohlen hat, ist leider recht enttäuschend, dafür aber genauso teuer. Vielleicht wurden wir bisher aber auch zu sehr verwöhnt. Unser Zimmer ist quasi fensterlos, dafür gibt es seit Havana zum ersten Mal wieder den lebenswichtigen Fernseher. Außerdem ziemlich eng und wenig gemütlich. Wir duschten und liefen zum Hauptplatz um noch was zu essen. Hätten wir das Geld mal besser in Mojito investiert! Die Restaurantdichte ist sehr gering, wir landeten daher in einem staatlichen äääh Restaurant. Waren wir bisher noch der Meinung, an Nudeln mit Tomatensoße könne man nicht sooo viel falsch machen, wurden wir hier eines besseren belehrt. Die Spaghetti waren etwa doppelt so dick wie normal, kommt wohl von ca. 25 Minuten Kochzeit. Die Soße war zu 50% Nudelwasser, sogar mir fehlte Salz. Mörres Burger sah nicht wirklich appetitlicher aus. Ich konnte nicht mal behaupten, der Hunger treibts rein,  denn so groß war der nicht. Noch dazu waren es mit über 4 Cuc die teuersten Nudeln, außer die mit Garnelen. Wir zahlten schnell und machten uns davon, ein Mojito musste her. Mit dem gings dann in den Parque Vidal, zugleich Plaza del Internet. Hier war ordentlich was los. Wir steuerten eine leere Bank unter einem Baum an. Warum die leer war, erfuhr ich etwa eine Minute später, als mich etwas von oben vollgeschissen hat. Während ich noch fluchte und unser Klopapier missbrauchte, traf der nächste Schuss auch schon Mörre. Forni lachte noch, bis sie in die Scheiße auf ihrem Lonely Planet griff :P
Wir zogen also weiter,  hörten noch einer Band auf der Straße zu und gingen dann kurz nach 10 auch schon wieder zurück in die Casa. Irgendwie waren wir alle etwas platt, 2/3 des Expeditionsteams brauchen eben einfach ihre 8h Schlaf. V.a. im Urlaub! In diesem Sinne: Gute Nacht

Valle de los Indígenos 14.08.

Heute habe ich das erste Mal tatsächlich in meinem Bett geschlafen und das auch recht gut. Nach dem Frühstück liefen wir zum Bahnhof, von wo aus wir mit dem alten klapprigen Tourizug ins Valle de los Indígenos starteten. Dieses Tal war in der Kolonialzeit Grund für den Reichtum Trinidads, denn hier wurde Zuckerrohr angebaut. Laut Reiseführer sollte es einen Turm und das alte Gutshaus sowie Ruinen von Zuckermühlen zu sehen geben. Hm, nun ja, also der Turm  war noch da, inmitten hunderter Souvenierverkäufer, hauptsächlich Tischdecken und ähnliches. Wir kämpften uns durch sie und durch die Tourimassen und waren relativ bald am Turm, was sehr gut war, am Rückweg nach unten war ziemlich Stau. Der Ausblick war schon gut, wenn auch durch einige neuere Gebäude zerstört. Das hochgelobte Gutshaus war leider nur noch ein Restaurant. Eigentlich hatten wir geplant, von hier aus etwas umher zu wandern, denn der Reiseführer war der Meinung der Zug endet hier. Doch nach einer dreiviertel Stunde fuhr er weiter, wir wussten nicht so genau wohin. Leider genau dahin, wohin wir laufen wollten. Eine weitere alte Casa, leider zum Restaurant umgebaut. Wir wollten schnell was trinken und dann wenigstens zum Turm zurück wandern, aber daraus wurde nix. Erst saßen wir rum bis nach einer Viertelstunde doch mal ne Bedienung kam, um uns zu sagen, nur trinken ist hier nicht. Ähnlich lang dauerte es dann in der "Bar" und damit war die Zeit auch schon fast um. Und so stiegen wir um halb 2 auch schon wieder in den Zug, der uns zurück in die Stadt brachte.
Fazit: Dieses Tal war bestimmt echt mal richtig toll, doch Horden von Touris haben es echt kaputt gemacht. Alle sind nur noch auf Geld aus, schon die Kinder, die an den Gleisen stehen und winken sind auf Bonbons und Seife abgerichtet. Wenn überhaupt lohnt sich das ganze wohl nur noch mit privatem Pkw bzw Fahrer, so dass man die Tour azyklisch machen kann. Die Zugfahrt eignet sich nur für den klassischen Touristus Massicus...
Zurück in der Stadt liefen wir wieder zu unsrer Casa, wo wir erfuhren, dass unser Zimmer ab morgen belegt sei. Wir hatten die Wahl zwischen Umziehen zu Elidia oder Weiterfahren wohin auch immer. Wir gingen in die kleine Bar, in der wir schon mal am ersten Tag hier waren und planten. Heraus kam, dass wir morgen Vormittag noch hier bleiben und nachmittags weiterfahren nach Santa Clara. Für Forni und mich zwar ein kleiner Umweg, aber nicht schlimm, da so Mörre noch bis zu ihrem Rückflug bei uns bleibt. Als das entschieden war, wollten wir bei Viazul Tickets kaufen, aber wie bisher immer, kamen wir auch dieses Mal nicht mal bis zum Ticketschalter. Schon davor fing uns ein Chico ab, der uns im "Taxi" hinbringt von Casa zu Casa und das für 10 Cuc pro Nase statt 8 im Bus. Dafür in 1,5 statt 3h.
Nachdem das geklärt war steuerten wir die Plaza del Internet an. Zum ersten Mal aktiv. Wir kauften uns für je 2 Cuc eine Stunde Internet. Wie ihr sicher gemerkt habt, nutzte ich sie v.a. zum Blog hochladen. Ist schon echt lustig. Man stellt sich ewig an, um dann für 2Cuc eine Karte zu kaufen. Warum das so lange dauert, weiß ich nicht. Dann geht man raus, setzt sich auf die Plaza und gibt den Zugangscode ein. Und mit ein wenig Glück kann man dann inmitten zig anderer surfen. Ansonsten war ich ganz bewusst weder auf Fb noch in Whatsapp, nicht erreichbar zu sein ist nämlich echt toll!
Im Anschluss gings heim duschen und dann weiter zum Abendessen. Da wo wir auch gestern waren. Lecker Pizza, Hähnchen und Hamburger, dazu Eros auf die Ohren. Weiter ging es in ein Bar in einer alten Ruine, dann auf einen Mojito von unsrem Stammdealer, den wir vor der Casa de la Música tranken. Heute war die Treppe offen und die Casa offensichtlich ohne Eintritt. Dann gingen wir ins Palenques de las Congas reales, Empfehlung vom Lonely Planet,  Ela aus Viñales und meiner Mum. Also entweder war das bei euch deutlich besser oder wir müssen dringend mal unsre Vorstellung von einer guten Show bequatschen... Ich schaffte es gerade so, nicht einzuschlafen und war ganz froh, als es vorbei war. Wir gingen heim und jetzt sitze ich noch ein letztes Mal auf der Dachterrasse und schreibe Blog. Mal sehen, ob unse nächste Casa ansatzweise so gut wird wie diese hier!